Eisstockschießen mit Kindern: Winterausflug für Familien

Eisstockschießen mit Kindern: Winterausflug für Familien

Der erste Schnee liegt auf dem Boden, die Temperaturen fallen unter null, und die Frage nach einem sinnvollen Ausflugsziel für die ganze Familie stellt sich wieder. Schlittschuhlaufen kennen die meisten, Skifahren ist teuer und aufwendig. Eisstockschießen dagegen wird oft vergessen, obwohl es sich für Familien mit Kindern ab etwa sechs Jahren hervorragend eignet. Der Einstieg gelingt ohne Vorkenntnisse, die Ausrüstung wird fast überall gestellt, und die Erfolgserlebnisse kommen schnell.

Was ist Eisstockschießen überhaupt?

Eisstockschießen, in Bayern auch Stockschießen oder Eisschießen genannt, gehört zu den ältesten Winterspielen Mitteleuropas. Gespielt wird auf einer glatten Eisfläche, auf der Kunststoff- oder Holzscheiben, die sogenannten Eisstöcke, möglichst nah an eine Zielscheibe geschossen werden. Ähnlich wie beim Curling geht es darum, den eigenen Stock so zu platzieren, dass er näher am Ziel liegt als die Stöcke des Gegners. Gespielt wird in Teams mit je zwei bis vier Personen.

Das Regelwerk ist überschaubar. Kinder verstehen die Grundidee nach wenigen Minuten. Wer als Erstes an der Reihe ist, schiebt seinen Eisstock über die Bahn, alle anderen schauen zu und feuern an. Genau diese Mischung aus Spannung, gemeinsamem Erleben und körperlicher Aktivität macht das Spiel für Familien so attraktiv.

Ab welchem Alter macht es Sinn?

Kinder ab fünf oder sechs Jahren können mitspielen, brauchen aber noch Unterstützung beim Abdrücken des Stocks. Ab acht Jahren klappt es meistens selbstständig. Leichtere Kinderstöcke sind an vielen Standorten vorhanden, also am besten vorher nachfragen. Für Kinder unter fünf Jahren eignet sich Eisstockschießen eher als Zuschaueraktivität, da das Gewicht des Stocks und die Koordination auf dem Eis noch überfordern können.

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Wichtig: Eisstockschießen findet nicht auf Schlittschuhen statt. Das ist ein häufiges Missverständnis. Gespielt wird mit normalen Winterschuhen oder speziellen Schuhaufsätzen, die etwas Grip auf dem Eis geben. Sturz- und Verletzungsrisiko sind dadurch deutlich geringer als beim Schlittschuhlaufen.

Wo kann man Eisstockschießen ausprobieren?

Anlagen gibt es in vielen deutschen Städten, besonders verbreitet in Bayern, Baden-Württemberg und Österreich. Wer einen organisierten Ausflug plant, findet bei Anbietern wie Eisstockschießen Bahnen, Leihausrüstung und teils auch Kursangebote für Einsteiger. Städtische Eisstadien vermieten ihre Bahnen in der Regel stundenweise, oft für 20 bis 40 Euro pro Bahn und Stunde. Bei vier bis sechs Personen ist das pro Kopf sehr erschwinglich.

Wer in einer ländlicheren Region lebt, sollte nach Sportvereinen suchen. Viele Eisschützenvereine bieten an Wochenenden öffentliche Schnupperstunden an, manchmal sogar kostenlos. Ein Anruf beim zuständigen Kreissportbund hilft, solche Angebote zu finden.

Was braucht man für einen gelungenen Ausflug?

Die Ausrüstung ist kein Problem, wenn man nichts kaufen will. Eisstöcke und Schuhaufsätze werden an nahezu allen öffentlichen Anlagen verliehen. Woran man aber denken sollte:

  • Warme, wasserdichte Kleidung: Auf dem Eis zieht Kälte schnell von unten hoch. Thermounterwäsche und eine winddichte Jacke sind keine Übertreibung.
  • Handschuhe: Unbedingt. Kinder fassen unweigerlich auf die Eisfläche, wenn sie hinfallen oder den Stock aufheben.
  • Festes Schuhwerk: Keine Turnschuhe, keine Chelsea-Boots mit glatter Sohle. Am besten gefütterte Winterstiefel mit Profilsohle.
  • Verpflegung und warme Getränke: Wer länger als eine Stunde draußen ist, braucht eine Pause. Eine Thermoskanne mit Tee oder Kakao hält Kinder bei Laune.
  • Reservekleidung: Bei Kindern unter zehn Jahren immer sinnvoll, falls jemand ins feuchte Eis greift oder eine nasse Hose bekommt.
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Wie plant man den Ablauf mit Kindern?

Zwei Stunden sind für Familien mit jüngeren Kindern meistens gut bemessen. Die erste halbe Stunde verbringt man mit Eingewöhnung: Wie hält man den Stock, wie weit ist die Bahn, wie stark muss man schieben? Nach etwa zehn Minuten haben die meisten Kinder ein Gefühl dafür entwickelt und wollen selbst Punkte holen.

Ein einfaches Turniersystem hilft, die Spannung aufrechtzuerhalten. Zwei Erwachsene gegen zwei Kinder, oder Geschwister auf getrennten Teams. Wer zuerst zehn Punkte erreicht, gewinnt eine Runde heiße Schokolade. Solche kleinen Anreize motivieren über die gesamte Spielzeit und vermeiden das typische Nachlassen der Konzentration nach der ersten Stunde.

Für Gruppen ab acht Personen, etwa wenn man mit einer befreundeten Familie kommt, lohnt es sich, zwei Bahnen nebeneinander zu buchen und ein kleines Turnier zu veranstalten. Die meisten Anlagen sind damit vertraut und unterstützen bei der Organisation gerne.

Was kostet ein Familienausflug zum Eisstockschießen?

Posten Durchschnittliche Kosten
Bahnmiete (1 Stunde, 4 bis 6 Personen) 20 bis 40 Euro
Leihausrüstung pro Person 2 bis 5 Euro
Warme Getränke und Snacks vor Ort 15 bis 25 Euro für vier Personen
Gesamtkosten (Familie mit 2 Kindern) ca. 50 bis 75 Euro

Im Vergleich zu einem Skitag oder einem Ausflug in einen Indoor-Freizeitpark ist das sehr moderat. Wer regelmäßig spielen möchte, kann einem Verein beitreten. Die Jahresbeiträge liegen meist zwischen 30 und 80 Euro pro Person, Kinder oft günstiger oder kostenlos.

Ein Ausflug, der nachwirkt

Eisstockschießen hat einen unterschätzten sozialen Aspekt. Weil immer abwechselnd gespielt wird, entsteht automatisch Zeit zum Reden. Kinder sind stolz, wenn ein Schuss gut sitzt, und Erwachsene merken schnell, dass es gar nicht so leicht ist, den Stock präzise zu steuern. Das gleicht die Spielstärke an und sorgt dafür, dass niemand dauerhaft dominiert oder verliert.

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Wer im Winter nach einem Ausflugsziel sucht, das sich ohne lange Anfahrt, teure Ausrüstung oder Vorkenntnisse erleben lässt, liegt mit Eisstockschießen richtig. Der Aufwand ist gering, der Spaß verlässlich. Und die Chancen stehen gut, dass Kinder beim Nachhausefahren fragen: Wann machen wir das wieder?

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