Eine Augenuntersuchung beim Arzt ist für viele Menschen mit einer gewissen Unsicherheit verbunden – besonders dann, wenn es das erste Mal ist oder längere Zeit seit dem letzten Besuch vergangen ist. Dabei ist die Untersuchung beim Augenarzt in der Regel schmerzlos, gut strukturiert und dauert meistens nicht länger als 30 bis 60 Minuten. Wer weiß, was ihn erwartet, geht entspannter in den Termin.
Vom Sehtest über die Messung des Augeninnendrucks bis hin zur Untersuchung des Augenhintergrunds – der Augenarzt nutzt verschiedene Methoden, um ein vollständiges Bild der Augengesundheit zu erhalten. Gerade im Jahr 2026 stehen dabei zunehmend moderne, digitale Diagnosegeräte im Einsatz, die eine noch präzisere Beurteilung ermöglichen. Dieser Artikel erklärt Schritt für Schritt, was bei einer Augenuntersuchung passiert und worauf Sie sich vorbereiten können.
Dauer: Eine Standarduntersuchung beim Augenarzt dauert in der Regel 30 bis 60 Minuten.
Wichtig zu wissen: Bei einer Weitentropfung (Pupillenerweiterung) kann die Sicht mehrere Stunden eingeschränkt sein – kein Auto fahren!
Empfehlung: Erwachsene sollten ihre Augen alle 1 bis 2 Jahre professionell untersuchen lassen, ab 40 Jahren jährlich.
Warum regelmäßige Augenuntersuchungen so wichtig sind
Regelmäßige Augenuntersuchungen sind ein wesentlicher Bestandteil der Gesundheitsvorsorge, der von vielen Menschen unterschätzt wird. Viele Augenerkrankungen, wie etwa das Glaukom oder die altersbedingte Makuladegeneration, entwickeln sich schleichend und verursachen zunächst keine spürbaren Beschwerden – eine frühzeitige Diagnose kann hier entscheidend sein. Darüber hinaus können Augenärzte bei einer Untersuchung nicht nur Sehprobleme erkennen, sondern auch Hinweise auf allgemeine Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck feststellen. Experten empfehlen daher, unabhängig von bestehenden Beschwerden, mindestens alle zwei Jahre zur Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt zu gehen.
Der erste Schritt: Anamnese und Vorgespräch beim Augenarzt
Bevor der Augenarzt mit der eigentlichen Untersuchung beginnt, steht zunächst ein ausführliches Anamnese- und Vorgespräch auf dem Programm. In diesem ersten Schritt werden wichtige Informationen zu Ihrer Krankengeschichte, bestehenden Erkrankungen und aktuellen Beschwerden gesammelt. Der Arzt erkundigt sich dabei unter anderem danach, ob Sie bereits eine Brille oder Kontaktlinsen tragen, ob Augenerkrankungen in Ihrer Familie bekannt sind und welche Medikamente Sie einnehmen. Besonders bei Augenärzte München Mitte legen spezialisierte Praxen großen Wert darauf, dieses Gespräch in Ruhe und ohne Zeitdruck zu führen, damit alle relevanten Informationen erfasst werden können. Auf Basis dieser Angaben plant der Augenarzt den weiteren Verlauf der Untersuchung und kann gezielte diagnostische Maßnahmen einleiten.
Die wichtigsten Tests und Untersuchungen im Überblick

Bei einer Augenuntersuchung kommen verschiedene Tests und Untersuchungsmethoden zum Einsatz, die dem Augenarzt ein umfassendes Bild Ihrer Sehgesundheit vermitteln. Zu den grundlegenden Untersuchungen gehören der Sehtest, bei dem Ihre Sehschärfe in der Ferne und Nähe überprüft wird, sowie die Augendruckmessung, die Hinweise auf ein mögliches Glaukom liefern kann. Darüber hinaus untersucht der Arzt mithilfe einer Spaltlampe die vorderen Augenabschnitte wie Hornhaut, Linse und Bindehaut auf krankhafte Veränderungen, während eine Funduskopie den Blick auf die Netzhaut, den Sehnerv und die Blutgefäße im Augeninneren ermöglicht. Je nach individuellem Befund und Beschwerden können zusätzliche Spezialuntersuchungen wie eine Gesichtsfeldmessung oder eine optische Kohärenztomografie (OCT) notwendig sein, um ein vollständiges diagnostisches Bild zu erhalten.
Moderne Geräte und Methoden in der Augenheilkunde
Die moderne Augenheilkunde profitiert heute von einer Vielzahl hochentwickelter Geräte, die eine präzisere und schonendere Diagnostik ermöglichen als je zuvor. Mit Verfahren wie der optischen Kohärenztomografie (OCT) können Augenärzte die einzelnen Schichten der Netzhaut detailliert darstellen und selbst kleinste Veränderungen frühzeitig erkennen. Auch die digitale Spaltlampenuntersuchung sowie moderne Tonometer zur Augendruckmessung liefern heute in Sekundenschnelle zuverlässige Messwerte, ohne dass der Patient dabei Unannehmlichkeiten befürchten muss. Dank dieser technischen Fortschritte können Erkrankungen wie Glaukom, Makuladegeneration oder diabetische Retinopathie bereits in einem frühen Stadium erkannt und behandelt werden.
- Die OCT ermöglicht eine schichtweise, detaillierte Darstellung der Netzhaut.
- Digitale Spaltlampen liefern präzise Bilder des vorderen und hinteren Augenabschnitts.
- Moderne Tonometer messen den Augeninnendruck schnell und berührungsarm.
- Früherkennungsuntersuchungen profitieren besonders von den neuen technischen Möglichkeiten.
- Viele Untersuchungen sind heute schmerzfrei und patientenfreundlich gestaltet.
Häufige Befunde und was sie bedeuten
Bei einer Augenuntersuchung können verschiedene Befunde festgestellt werden, die für die Gesundheit der Augen von großer Bedeutung sind. Einer der häufigsten Befunde ist eine Fehlsichtigkeit, wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Astigmatismus, die sich in der Regel gut mit einer Brille oder Kontaktlinsen korrigieren lässt. Ebenfalls häufig diagnostiziert wird der sogenannte Grauer Star (Katarakt), eine Eintrübung der Augenlinse, die vor allem im Alter auftritt und operativ behandelt werden kann. Ein erhöhter Augeninnendruck kann auf ein Glaukom hinweisen, das ohne Behandlung langfristig zu Sehverlust führen kann und daher frühzeitig erkannt werden sollte. Veränderungen an der Netzhaut, etwa durch Diabetes oder Bluthochdruck, sind ebenfalls mögliche Befunde, die eine engmaschige ärztliche Begleitung erfordern.
Fehlsichtigkeit ist der häufigste Befund beim Augenarzt und lässt sich meist einfach mit Sehhilfen korrigieren.
Erhöhter Augeninnendruck kann ein frühes Zeichen für ein Glaukom sein – regelmäßige Kontrollen sind daher essenziell.
Netzhautveränderungen durch Erkrankungen wie Diabetes sollten frühzeitig erkannt und behandelt werden, um dauerhaften Sehverlust zu vermeiden.
Nach der Untersuchung: Brillen, Kontaktlinsen oder weitere Behandlungen
Nach der Augenuntersuchung bespricht der Augenarzt die Ergebnisse mit Ihnen und empfiehlt bei Bedarf geeignete Sehhilfen oder weiterführende Behandlungen. Wurde eine Fehlsichtigkeit festgestellt, erhalten Sie in der Regel ein Rezept für eine Brille oder Kontaktlinsen, das auf Ihre individuellen Sehwerte abgestimmt ist. Bei ernsteren Befunden, wie dem Verdacht auf Grünen Star oder Grauem Star, wird der Arzt weitere diagnostische Schritte oder therapeutische Maßnahmen einleiten, um Ihre Sehgesundheit langfristig zu schützen.
Häufige Fragen zu Augenuntersuchung beim Arzt
Wie läuft eine Augenuntersuchung beim Augenarzt typischerweise ab?
Eine augenärztliche Untersuchung beginnt in der Regel mit einem ausführlichen Anamnesegespräch, bei dem der Arzt Beschwerden und Vorerkrankungen erfasst. Anschließend folgen standardisierte Sehtests, bei denen die Sehschärfe beider Augen geprüft wird. Weitere Schritte umfassen die Messung des Augeninnendrucks, die Beurteilung der Augenmotorik sowie die Spaltlampenuntersuchung zur genauen Inspektion von Hornhaut, Linse und Netzhaut. Der gesamte Augen-Check dauert meist zwischen 30 und 60 Minuten und gibt dem Facharzt ein umfassendes Bild über den Gesundheitszustand des Auges.
Wie oft sollte man zur Augenuntersuchung gehen?
Gesunde Erwachsene ohne bekannte Sehprobleme oder Vorerkrankungen sollten alle zwei Jahre eine Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt wahrnehmen. Ab einem Alter von 40 Jahren empfiehlt sich eine jährliche Kontrolle, da das Risiko für Erkrankungen wie Glaukom oder Makuladegeneration steigt. Kinder sollten bereits im Vorschulalter zum ersten Augen-Screening, da unentdeckte Sehschwächen die Entwicklung beeinträchtigen können. Personen mit Diabetes, Bluthochdruck oder einer familiären Vorbelastung benötigen in der Regel engmaschigere ophthalmologische Kontrollen.
Was wird bei einer Augeninnendruckmessung gemessen und warum ist sie wichtig?
Bei der Augeninnendruckmessung, auch Tonometrie genannt, wird der Druck des Kammerwassers im Auge bestimmt. Ein dauerhaft erhöhter Augendruck kann den Sehnerv schädigen und unbehandelt zum Glaukom, umgangssprachlich grüner Star, führen. Die Messung ist schmerzlos und dauert nur wenige Sekunden. Je nach Methode wird ein leichter Luftstoß auf die Hornhaut gerichtet oder ein spezielles Messgerät kurz aufgesetzt. Da ein erhöhter Augendruck lange ohne Beschwerden bleibt, ist diese Routinekontrolle ein wichtiger Bestandteil der augenärztlichen Vorsorge.
Muss man die Pupillen für eine Augenuntersuchung erweitern lassen?
Nicht jede ophthalmologische Untersuchung erfordert eine Pupillenerweiterung. Für eine detaillierte Beurteilung der Netzhaut, des Sehnervs oder der Linse träufelt der Augenarzt jedoch spezielle Augentropfen ein, die die Pupille weiten. Die Wirkung setzt nach etwa 20 bis 30 Minuten ein und hält mehrere Stunden an. Während dieser Zeit sind Blendungsempfindlichkeit und verschwommenes Nahsehen normal. Autofahren sollte danach für einige Stunden vermieden werden. Die erweiterte Untersuchung ermöglicht dem Facharzt einen deutlich besseren Einblick in den Augengrund und ist bei Verdacht auf Erkrankungen der Netzhaut unerlässlich.
Was ist der Unterschied zwischen einer Augenuntersuchung beim Optiker und beim Augenarzt?
Der Optiker führt in erster Linie eine Sehschärfenbestimmung durch, um eine geeignete Sehhilfe wie Brille oder Kontaktlinsen zu empfehlen. Er ist kein Mediziner und darf keine Diagnosen stellen oder Erkrankungen behandeln. Der Augenarzt hingegen ist approbierter Facharzt und kann neben der Sehkraftprüfung auch medizinische Augenerkrankungen erkennen, diagnostizieren und therapieren. Dazu gehören Zustände wie Katarakt, Glaukom oder Makuladegeneration. Bei anhaltenden Beschwerden, Sehverschlechterungen oder auffälligen Veränderungen sollte stets ein Augenarzt aufgesucht werden, auch wenn der Optiker keine Auffälligkeiten festgestellt hat.
Welche Beschwerden sollten Anlass für eine kurzfristige Augenuntersuchung sein?
Bestimmte Symptome erfordern eine zeitnahe oder sogar notfallmäßige augenärztliche Abklärung. Dazu zählen plötzliche Sehverschlechterung, das Auftreten von Lichtblitzen, einem Schleier oder einem „Vorhang“ im Gesichtsfeld sowie starke Augenschmerzen. Auch gerötete, stark tränende Augen, Doppelbilder oder ein plötzlicher Sehverlust auf einem Auge sind dringende Warnsignale. Ebenso sollten Fremdkörpergefühl nach einem Unfall oder Verletzungen der Augenoberfläche nicht abgewartet werden. In solchen Fällen ist eine schnelle ophthalmologische Untersuchung entscheidend, um bleibende Schäden am Sehorgan zu verhindern.
