Äffle-und-Pferdle-Witze leben von kurzen Dialogen, trockenem Schwäbisch und einer Pointe, die erst beim zweiten Hinhören richtig sitzt. Hier findest du eigene Witze im Stil der beiden SWR-Kultfiguren, jeweils mit Übersetzung, dazu klassische Schwabenwitze, echte schwäbische Redensarten mit Erklärung und kurze Sprüche für Karte oder Chat.
Ein Hinweis vorab: Die Original-Spots und ihre Texte sind urheberrechtlich geschützt und stehen deshalb nicht hier. Alle Dialoge unten sind neu geschrieben und lehnen sich nur an den Ton der beiden an. Die Schreibweise des Schwäbischen schwankt von Ort zu Ort. Wir halten uns an eine gut lesbare, mittlere Form.
Äffle-und-Pferdle-Witze zum Vorlesen
Die folgenden Witze sind als Zwiegespräch gebaut: Einer fragt, der andere antwortet. Lies sie am besten mit zwei Stimmen vor, eine etwas höher für das Äffle, eine tiefere und bedächtigere für das Pferdle. Unter jedem Witz steht die Übersetzung ins Hochdeutsche.
Rund ums Geld und ums Sparen
- Äffle: „I han heut a Fuffzgerle gfonda.“
Pferdle: „Ond, was machsch jetzt?“
Äffle: „Morga gang i nomol dr gleiche Weg.“
Ich habe heute ein 50-Cent-Stück gefunden. Und was machst du jetzt? Morgen gehe ich noch einmal denselben Weg. - Äffle: „Pferdle, leihsch mr zehn Euro?“
Pferdle: „I han bloß fünf debei.“
Äffle: „No gibsch mr die fünf, ond die andere fünf bisch mr schuldig.“
Leihst du mir zehn Euro? Ich habe nur fünf dabei. Dann gibst du mir die fünf, und die anderen fünf bist du mir schuldig. - Pferdle: „Äffle, des isch jetzt scho dr dritte Tee mit dem gleicha Beutel.“
Äffle: „Ha jo. Dr erschte war für d’ Farb, dr zwoite für dr Gschmack ond dr dritte fürs guade Gwissa.“
Das ist jetzt schon der dritte Tee mit demselben Beutel. Ja klar. Der erste war für die Farbe, der zweite für den Geschmack und der dritte fürs gute Gewissen. - Pferdle: „Was hosch denn dr Oma zum Geburtstag gschenkt?“
Äffle: „A Bild.“
Pferdle: „Selber gmolt?“
Äffle: „Noi. Des isch des, wo se mir letschts Johr gschenkt hot.“
Was hast du der Oma zum Geburtstag geschenkt? Ein Bild. Selbst gemalt? Nein. Das ist das, das sie mir letztes Jahr geschenkt hat. - Äffle: „Pferdle, worum stohsch denn em Dunkla?“
Pferdle: „I spar Strom.“
Äffle: „Ond worum lauft no dr Fernseh?“
Pferdle: „Den guck i jo ned. Den hör i bloß.“
Warum stehst du im Dunkeln? Ich spare Strom. Und warum läuft dann der Fernseher? Den schaue ich ja nicht. Den höre ich nur. - Äffle: „Pferdle, du hosch jo a nagelneus Auto!“
Pferdle: „Ja, aber des fahr i bloß sonntags.“
Äffle: „Worum?“
Pferdle: „Dass es länger nei bleibt.“
Du hast ja ein nagelneues Auto! Ja, aber das fahre ich nur sonntags. Warum? Damit es länger neu bleibt.
Kehrwoch, Häusle und Schaffe
Die Kehrwoche ist der feste Wochenplan, nach dem die Mietparteien Treppenhaus und Gehweg putzen. Sie taucht in schwäbischen Witzen so zuverlässig auf wie das Häuslebauen.
- Äffle: „Pferdle, was machsch am Wocheend?“
Pferdle: „Schaffe, schaffe, Häusle baue.“
Äffle: „Ond nach de Mädle schaue?“
Pferdle: „Noi, dafür langt d’ Zeit ned. I han jo no Kehrwoch.“
Was machst du am Wochenende? Arbeiten, arbeiten, Häuschen bauen. Und nach den Mädchen schauen? Nein, dafür reicht die Zeit nicht. Ich habe ja noch Kehrwoche. - Pferdle: „Äffle, worum laufsch du mit em Bese durchs Haus? Isch was passiert?“
Äffle: „Noi. Aber nägschte Woch bin i mit dr Kehrwoch dra. I üb scho mol.“
Warum läufst du mit dem Besen durchs Haus? Ist etwas passiert? Nein. Aber nächste Woche bin ich mit der Kehrwoche dran. Ich übe schon mal. - Äffle: „Wie lang hosch du an deim Häusle baut?“
Pferdle: „Zwanzg Johr.“
Äffle: „Ond, isch’s fertig?“
Pferdle: „Ha noi, ’s Dach fehlt no. Aber dr Keller isch scho putzt.“
Wie lange hast du an deinem Häuschen gebaut? Zwanzig Jahre. Und, ist es fertig? Ach nein, das Dach fehlt noch. Aber der Keller ist schon geputzt. - Pferdle: „Äffle, i bin so müd. I han die ganz Nacht vom Schaffa träumt.“
Äffle: „Ond?“
Pferdle: „Jetzt will i Überstunda aufschreiba.“
Ich bin so müde. Ich habe die ganze Nacht vom Arbeiten geträumt. Und? Jetzt will ich Überstunden aufschreiben. - Äffle: „Pferdle, worum stellsch du dein Wecker a Stund früher?“
Pferdle: „Dass i mi no a Stund drüber freua ka, dass i no ned uff muss.“
Warum stellst du deinen Wecker eine Stunde früher? Damit ich mich noch eine Stunde darüber freuen kann, dass ich noch nicht aufstehen muss.
Spätzle, Maultaschen und Vesper
- Äffle: „Pferdle, i mach heut Maultascha ohne Fleisch.“
Pferdle: „Wirklich ganz ohne?“
Äffle: „Des woiß bloß i. Dr Herrgott sieht’s jo ned.“
Ich mache heute Maultaschen ohne Fleisch. Wirklich ganz ohne? Das weiß nur ich. Der Herrgott sieht es ja nicht. (Eine Anspielung auf den Spitznamen „Herrgottsbscheißerle“, mehr dazu bei den Redensarten.) - Äffle: „Pferdle, magsch a Vesper?“
Pferdle: „Was gibt’s?“
Äffle: „Brot ond Wurscht. Ond Wasser.“
Pferdle: „Koin Moscht?“
Äffle: „Dr Moscht isch für d’ Gäscht.“
Pferdle: „I bin doch dei Gascht!“
Äffle: „Ha noi. Du bisch jo dauernd do.“
Möchtest du eine Brotzeit? Was gibt es? Brot und Wurst. Und Wasser. Keinen Most? Der Most ist für die Gäste. Ich bin doch dein Gast! Ach nein. Du bist ja ständig da. - Pferdle: „Äffle, i tausch mein Hafer gega dei Banane.“
Äffle: „Ond was han i davo?“
Pferdle: „Ballaststoff.“
Ich tausche meinen Hafer gegen deine Banane. Und was habe ich davon? Ballaststoffe. - Äffle in der Wirtschaft: „Zwoi Portiona Kässpätzle, bitte.“
Bedienung: „Für Sie beide?“
Äffle: „Noi, die sen für mi. ’s Pferdle bstellt selber.“
Zwei Portionen Käsespätzle, bitte. Für Sie beide? Nein, die sind für mich. Das Pferdchen bestellt selbst. - Pferdle: „Äffle, du hosch jo Soß uff em Hemd.“
Äffle: „Des isch koi Fleck. Des isch dr Beweis, dass es gschmeckt hot.“
Du hast ja Soße auf dem Hemd. Das ist kein Fleck. Das ist der Beweis, dass es geschmeckt hat.
Alltag, Wetter und Hochdeutsch
- Äffle: „Pferdle, heut isch’s Wetter so schee, do hosch gar nix zum Bruddla.“
Pferdle: „Doch. Dass es morga wieder vorbei isch.“
Heute ist das Wetter so schön, da hast du gar nichts zum Nörgeln. Doch. Dass es morgen wieder vorbei ist. - Pferdle: „Ab heut schwätz i bloß no Hochdeutsch.“
Äffle: „Des glaub i dr ned.“
Pferdle: „Ha doch, des isch fei mei Ernscht!“
Ab heute spreche ich nur noch Hochdeutsch. Das glaube ich dir nicht. Doch, das ist wirklich mein Ernst! (Das kleine Wort „fei“ verrät ihn sofort.) - Ein Tourist fragt: „Entschuldigung, wie spät ist es?“
Pferdle: „Viertel drei.“
Tourist: „Und wie spät ist das?“
Pferdle: „Fuffzeh Minuta nach zwoi. Uff Hochdeutsch dauert’s halt länger.“
Viertel drei bedeutet 14.15 Uhr, also ein Viertel der dritten Stunde. - Äffle: „Pferdle, worum hosch zwoi Schirm debei?“
Pferdle: „Oin für den Fall, dass es regnet. Ond oin für den Fall, dass i oin vergiss.“
Warum hast du zwei Schirme dabei? Einen für den Fall, dass es regnet. Und einen für den Fall, dass ich einen vergesse. - Äffle am Steuer: „Pferdle, ’s Navi sagt, mir sollet links abbiega.“
Pferdle: „Des Navi schwätzt Hochdeutsch. Des isch ned vo do. Mir fahret gradaus.“
Das Navi sagt, wir sollen links abbiegen. Das Navi spricht Hochdeutsch. Das ist nicht von hier. Wir fahren geradeaus. - Pferdle: „Äffle, worum schreisch du so ens Telefon?“
Äffle: „I schwätz mit Hamburg.“
Pferdle: „No nemm doch ’s Telefon!“
Warum schreist du so ins Telefon? Ich spreche mit Hamburg. Dann nimm doch das Telefon! - Äffle: „Pferdle, am Stuagerter Bahnhof sen mir zwoi uff dr Ampel!“
Pferdle: „Ond? Dürfet mir jetzt bei Rot laufa?“
Äffle: „Noi. Aber mir dürfet stolz warta.“
Am Stuttgarter Bahnhof sind wir zwei auf der Ampel! Und? Dürfen wir jetzt bei Rot gehen? Nein. Aber wir dürfen stolz warten.
Harmlose Witze für Kinder
Diese Witze funktionieren auch ohne Dialektkenntnisse und eignen sich für Kinder ab dem Grundschulalter. Wer mag, liest sie zuerst auf Schwäbisch und dann auf Hochdeutsch vor.
- Äffle: „Pferdle, wie viel Banana kannsch du uff nüchterna Maga essa?“
Pferdle: „Fünf?“
Äffle: „Oine. Danach isch er nemme nüchtern.“
Wie viele Bananen kannst du auf nüchternen Magen essen? Fünf? Eine. Danach ist er nicht mehr nüchtern. - Äffle: „Pferdle, worum hot a Pferd a Mähne?“
Pferdle: „Dass mr woiß, wo vorne isch.“
Warum hat ein Pferd eine Mähne? Damit man weiß, wo vorne ist. - Pferdle: „Äffle, woisch, was a Muggaseggele isch?“
Äffle: „Ha jo. So groß isch dei Geduld.“
Weißt du, was ein Muggaseggele ist? Na klar. So groß ist deine Geduld. (Muggaseggele steht im Schwäbischen für eine winzige Menge.) - Äffle: „Pferdle, worum lachsch du so?“
Pferdle: „I han mr selber an Witz verzählt. Den han i no ned kennt.“
Warum lachst du so? Ich habe mir selbst einen Witz erzählt. Den kannte ich noch nicht. - Pferdle: „Äffle, was isch des Gegateil vo Schaffa?“
Äffle: „Feierobend. Aber erscht, wenn d’ Kehrwoch gmacht isch.“
Was ist das Gegenteil von Arbeiten? Feierabend. Aber erst, wenn die Kehrwoche gemacht ist.
Beim Doktor, im Büro und unterwegs
- Pferdle beim Doktor: „Herr Doktor, i vergiss en letschter Zeit älles.“
Doktor: „Seit wann haben Sie das?“
Pferdle: „Seit wann han i was?“
Herr Doktor, ich vergesse in letzter Zeit alles. Seit wann haben Sie das? Seit wann habe ich was? - Äffle: „Pferdle, dr Chef hot gsagt, i soll mi mehr eibrenga.“
Pferdle: „Ond, was machsch jetzt?“
Äffle: „I bring jetzt jeden Tag a Vesper mit.“
Der Chef hat gesagt, ich soll mich mehr einbringen. Und, was machst du jetzt? Ich bringe jetzt jeden Tag eine Brotzeit mit. - Pferdle: „Äffle, worum hosch du im Büro dr Kalender vom letschta Johr hänga?“
Äffle: „Irgendwann passet d’ Wochadäg wieder. Bis dohin wart i.“
Warum hängt bei dir im Büro der Kalender vom letzten Jahr? Irgendwann passen die Wochentage wieder. Bis dahin warte ich. - Äffle im Zug: „Pferdle, mir sen pünktlich!“
Pferdle: „Des isch dr Zug vo geschtern.“
Wir sind pünktlich! Das ist der Zug von gestern. - Pferdle: „Äffle, i han mir a Fitnessstudio-Karte kauft.“
Äffle: „Ond, warsch scho drin?“
Pferdle: „Noi. Aber i lauf jeden Dag dra vorbei. Des isch au Bewegung.“
Ich habe mir eine Fitnessstudio-Karte gekauft. Und, warst du schon drin? Nein. Aber ich laufe jeden Tag daran vorbei. Das ist auch Bewegung.
Klassische Schwabenwitze, neu erzählt
Diese Witze kursieren seit Jahrzehnten in vielen Varianten und gehören zum mündlich weitergegebenen Volkshumor. Sie haben keinen bekannten Autor. Wir erzählen sie hier in eigenen Worten und lassen bewusst alles weg, was Menschen herabsetzt. Die Pointen spielen mit der Sparsamkeit, über die Schwaben selbst am liebsten lachen.
- Die Todesanzeige: Eine Witwe will in der Zeitung eine Anzeige aufgeben und fragt, was ein Wort kostet. Sie entscheidet sich für „Gottlieb tot.“ Der Mann am Schalter erklärt, fünf Wörter seien das Minimum. Sie überlegt kurz und diktiert: „Gottlieb tot. Verkaufe Mercedes, scheckheftgepflegt.“
- Die Einladung: Wie lädt ein sparsamer Schwabe seine Nachbarn ein? „Kommet doch amol vorbei. Am beschta, wenn ihr scho gessa hen.“ Kommt doch mal vorbei. Am besten, wenn ihr schon gegessen habt.
- Der Einkaufszettel: Warum nimmt ein sparsamer Schwabe zum Einkaufen immer einen langen Zettel mit? Damit er hinterher genau weiß, was er alles nicht gekauft hat.
- Petrus an der Himmelstür: Ein Schwabe steht vor Petrus. „Was hast du Gutes getan?“ „I han vierzg Johr lang mei Kehrwoch gmacht.“ Petrus nickt: „Komm rein. Hier oben gibt es keine Treppe.“ Der Schwabe zögert: „Ond wer kehrt no d’ Wolka?“
- Der Bus: Ein Schwabe kommt völlig außer Atem nach Hause: „I ben hinterm Bus herglaufa ond han zwoi Euro gspart!“ Seine Frau schüttelt den Kopf: „Wärsch hinterm Taxi herglaufa, hättsch zwanzg gspart.“ Ich bin hinter dem Bus hergelaufen und habe zwei Euro gespart! Wärst du hinter dem Taxi hergelaufen, hättest du zwanzig gespart.
Äffle und Pferdle Sprüche: schwäbische Redensarten mit Bedeutung
Wer nach Sprüchen von Äffle und Pferdle sucht, meint meist den typischen schwäbischen Tonfall der beiden. Die folgenden Redensarten stammen nicht aus den Spots, sondern aus dem Alltagsschwäbisch. Sie sind frei überliefert und keinem Autor zuzuordnen. Zu jeder steht die Übersetzung und wann man sie sagt.
- „Net gschimpft isch globt gnug.“ Nicht geschimpft ist genug gelobt. Die bekannteste schwäbische Lob-Formel: Wer nicht meckert, ist zufrieden.
- „Schaffe, schaffe, Häusle baue.“ Arbeiten, arbeiten, Häuschen bauen. Steht für den Fleiß und den Wunsch nach dem eigenen Haus. Oft mit dem Zusatz „ond ned nach de Mädle schaue“.
- „Wer ko, der ko.“ Wer kann, der kann. Anerkennend, wenn jemand etwas besonders gut hinbekommen hat, oft mit einem Augenzwinkern.
- „Heilig’s Blechle!“ Ausruf des Staunens, ungefähr „Donnerwetter!“ oder „Ach du meine Güte!“.
- „Do legsch di nieder!“ Da legst du dich hin! Wird gesagt, wenn etwas so überrascht, dass man sich am liebsten hinsetzen würde.
- „Des isch a Muggaseggele.“ Das ist eine winzige Menge. Wörtlich bezeichnet das Wort einen sehr kleinen Teil der Stubenfliege (Mugg). Im Alltag ist es die kleinste denkbare Maßeinheit.
- „Ha jo.“ Ja klar, natürlich. Zustimmung mit Nachdruck.
- „Ha noi.“ Ach nein. Kann ablehnen, aber auch ungläubiges Staunen ausdrücken.
- „Des goht di en Dreck a.“ Das geht dich nichts an. Deutlich, aber unter Freunden nicht böse gemeint.
- „Bruddel ned!“ Nörgel nicht! Bruddeln ist das halblaute, ausdauernde Meckern.
- „Älles hot a End, bloß d’ Wurscht hot zwoi.“ Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Tröstlich gemeint, wenn etwas Schönes vorbei ist.
- „Was mr ned em Kopf hot, muss mr en de Fiaß hon.“ Was man nicht im Kopf hat, muss man in den Füßen haben. Wer etwas vergisst, muss den Weg noch einmal laufen.
- „Mr ka ned älles hau.“ Man kann nicht alles haben. Schwäbische Gelassenheit, wenn ein Wunsch offen bleibt.
- „Dr Gscheitere geit noh.“ Der Klügere gibt nach. Gern als Abschluss eines Streits, bei dem beide sich für den Klügeren halten.
- „Wer da Pfennig ned ehrt, isch da Taler ned wert.“ Wer den Pfennig nicht ehrt, ist den Taler nicht wert. Die gesamtdeutsche Sparregel klingt auf Schwäbisch besonders überzeugend.
- „Grüß Gott mitnand!“ Guten Tag zusammen. Die übliche Begrüßung einer Gruppe.
- „Ade, bis zom nägschte Mol.“ Tschüss, bis zum nächsten Mal. „Ade“ ist im Südwesten die alltägliche Verabschiedung.
- „Herrgottsbscheißerle“ ist der Spitzname der Maultasche. Der Legende nach versteckten Mönche in der Fastenzeit Fleisch im Nudelteig, damit der Herrgott es nicht sieht. Belegt ist diese Geschichte nicht, erzählt wird sie trotzdem gern.
- „Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“ Kein altes Sprichwort, sondern der Werbespruch, mit dem das Land Baden-Württemberg ab 1999 für sich warb. Entwickelt hat ihn die Agentur Scholz & Friends. Er wird bis heute zitiert, wenn jemand mit Dialekt auffällt.
- „Des isch mr wurscht.“ Das ist mir egal. Gelassen bis gleichgültig, je nach Tonfall.
- „Jetzt hemmer’s.“ Jetzt haben wir es. Ausruf, wenn etwas schiefgeht, ähnlich wie „Da haben wir den Salat“.
- „Der woiß, wo dr Barthel da Moscht holt.“ Der weiß, wo der Barthel den Most holt. Gemeint ist jemand, der sich auskennt und weiß, wie man an etwas herankommt. Die Redensart ist im ganzen deutschen Sprachraum verbreitet, klingt auf Schwäbisch aber besonders passend.
- „Des hebt.“ Das hält. Höchstes Lob für etwas Gebautes oder Repariertes, und oft auch für eine Freundschaft.
- „Ois noch em andra.“ Eins nach dem anderen. Bremst Ungeduld, besonders vor dem Essen.
- „Jetzt isch aber gnug Heu donna.“ Jetzt ist genug Heu unten. Heißt: Jetzt reicht es, Schluss mit dem Streit. Passt natürlich besonders gut zum Pferdle.
Kurze Sprüche für Karte und WhatsApp im Äffle-und-Pferdle-Stil
Für eine Geburtstagskarte, einen Gruß an Kollegen oder eine Nachricht nach Feierabend passen diese kurzen, selbst geschriebenen Sprüche. Sie sind bewusst leicht verständlich, damit auch Nicht-Schwaben mitlachen.
Zum Geburtstag
- „Älles Guade zum Geburtstag! Dr Kuche isch frisch, bloß d’ Kerza sen vom letschta Johr.“
- „Älles Guade! Bleib wie de bisch, bloß a bissle reicher.“
- „Heut wird ned gschafft, heut wird gfeiert. D’ Kehrwoch macht morga dr Nochber.“
- „Zum Geburtstag a Muggaseggele Ruhe ond an ganza Batza Kuche.“ (Batza: ein großes Stück)
Zum Danken und Loben
- „Net gschimpft isch globt gnug. Aber du warsch heut wirklich guad.“
- „Danke! Des war koi Muggaseggele, des war a richtiger Batza Hilf.“
- „Wer ko, der ko. Ond du kosch.“
Für Feierabend, Montag und gute Laune
- „Feierobend! Jetzt aber hurtig hoim.“
- „Mondag. I bruddel no a bissle, no goht’s.“
- „Schaffe, schaffe, Wocheend.“
- „Gute Besserung! Lieg schee em Bett, trink dein Tee ond bruddel ned.“
- „I han di gern. Ond des sag i als Schwob ned oifach so.“
Wenn du die Sprüche verschickst, prüfe kurz, ob der Empfänger mit Dialekt etwas anfangen kann. Bei Nicht-Schwaben hilft eine Klammer mit Übersetzung, sonst verpufft die Pointe. Für Kollegen eignen sich eher die harmlosen Varianten zu Feierabend und Lob. Wer gern mit Namen und Reimen spielt, findet in unseren Witzen mit Namen und Reimen weitere Anregungen.
Kleines Schwäbisch-Glossar zu den Witzen
Diese Wörter tauchen in den Witzen oben am häufigsten auf. Wer sie kennt, versteht fast jeden schwäbischen Witz ohne Übersetzung.
| Schwäbisch | Hochdeutsch | Hinweis |
|---|---|---|
| i, mir | ich, wir | „mir“ heißt im Schwäbischen meist „wir“ |
| isch, ned/net | ist, nicht | „ned“ und „net“ sind beide verbreitet |
| schaffa | arbeiten | nicht „erschaffen“, sondern ganz alltäglich arbeiten |
| schwätza | sprechen, reden | meint normales Reden, nicht nur Klatsch |
| bruddla | nörgeln, meckern | halblaut und ausdauernd |
| fei | wirklich, aber | Füllwort, das eine Aussage verstärkt |
| Vesper | Brotzeit, Zwischenmahlzeit | meist Brot, Wurst, Käse |
| Moscht | Most | vergorener Apfel- oder Birnensaft |
| Grombiera | Kartoffeln | wörtlich „Grundbirnen“ |
| Gsälz | Marmelade | auch für Konfitüre |
| Muggaseggele | winzige Menge | scherzhafte kleinste Maßeinheit |
| Kehrwoch | Putzdienst im Haus | reihum für Treppenhaus und Gehweg |
| Häusle | Häuschen | die Endung -le verkleinert, wie bei Äffle und Pferdle |
| viertel drei | 14.15 Uhr | dreiviertel drei ist 14.45 Uhr |
Die Endung „-le“ erklärt übrigens auch die Namen der beiden: Äffle ist das kleine Äffchen, Pferdle das Pferdchen. Wer mit Kindern Dialekte entdecken will, findet beim Thema Sprachen lernen als Familie Ideen, wie man Sprachspiele in den Alltag einbaut.
Wer sind Äffle und Pferdle?
Äffle und Pferdle sind Zeichentrickfiguren aus Stuttgart, die der Filmproduzent Armin Lang gemeinsam mit seinem Bruder Volker Lang für das Werbefernsehen des damaligen Süddeutschen Rundfunks (SDR, heute Teil des SWR) entwickelt hat. Das Pferdle erschien 1960 zum Start des Werbefernsehens, das Äffle kam 1963 dazu. Die kurzen Spots liefen als Trenner zwischen den Werbeblöcken im Vorabendprogramm.
Vom Werbetrenner zum Kultduo
Anfangs waren die Spots stumm. Erst 1974 bekamen die beiden Stimmen, und zwar beide von Armin Lang selbst. Die kurzen Dialoge auf Schwäbisch machten sie im Sendegebiet bekannt, weit über die Werbepausen hinaus. Nach Langs Tod im Jahr 1996 übernahmen andere Sprecher die Rollen.
Seit 2001 produziert der SWR keine neuen Spots mehr. Die zwischen 1960 und 1999 entstandenen Spots erschienen 2004 gesammelt auf DVD. Ganz vorbei ist es trotzdem nicht: Nach Angaben von Armin Lang junior, der heute die Rechte an den Figuren hält, entstehen weiterhin jedes Jahr einige neue Spots, gezeichnet in 2D, aber mit digitalen Mitteln. Dazu kamen in den 2020er Jahren kurze Filme im Auftrag von Landesministerien.
Der Hafer- und Bananenblues
Überregional bekannt wurden die beiden durch den „Hafer- und Bananenblues“, der 1976 als Single erschien. Komponiert hat ihn Bernd Rabe, der Text stammt von Carl J. Schäuble, gesungen hat Armin Lang mit beiden Stimmen. Das Lied lief im Fernsehen als Lückenfüller zwischen den Werbeblöcken, vor allem in Zeiten mit wenig Werbung. Den Liedtext findest du hier aus urheberrechtlichen Gründen nicht.
Ampel in Stuttgart und Dialektbotschafter
Wie fest die beiden im Südwesten verankert sind, zeigen zwei jüngere Ereignisse. Nach einer Online-Petition bekam der Stuttgarter Hauptbahnhof im Juli 2022 eine Fußgängerampel mit Äffle-und-Pferdle-Motiv. Sie ergänzt eine reguläre Ampel, weil die Figuren nicht den Vorgaben für Verkehrszeichen entsprechen. Am 26. November 2025 erhielten Äffle und Pferdle dann den Landespreis für Dialekt in der neuen Kategorie „Dialektbotschafter“, überreicht von Ministerpräsident Winfried Kretschmann.
Was die Figuren so beliebt macht
Die Spots dauern oft nur Sekunden und kommen mit wenigen Sätzen aus. Der Witz entsteht aus dem Wechsel der beiden Stimmen, aus Missverständnissen und aus dem Dialekt selbst. Genau diese Form ist leicht nachzuahmen, und deshalb erfinden Fans bis heute eigene Dialoge im Stil der beiden. Die Witze in diesem Artikel folgen demselben Prinzip.
So erzählst du einen Witz im Äffle-und-Pferdle-Stil
Ein guter Dialogwitz im Stil der beiden braucht zwei Stimmen, eine Alltagssituation und eine kurze, trockene Pointe. Die Pointe sollte möglichst im letzten Wort stecken. Je weniger erklärt wird, desto besser wirkt sie.
- Kurz halten: Drei bis fünf Zeilen reichen. Längere Geschichten verlieren das typische Tempo.
- Zwei klar verschiedene Stimmen: Beim Vorlesen hilft es, wenn eine Figur schneller und höher spricht, die andere langsamer und tiefer.
- Alltag statt Fantasie: Kehrwoche, Wetter, Essen, Geld und Arbeit funktionieren besser als ausgedachte Abenteuer.
- Pause vor der Pointe: Ein kurzes Zögern vor dem letzten Satz macht den Witz deutlich wirksamer.
- Dialekt nicht übertreiben: Wer kein Schwäbisch spricht, nimmt lieber einige typische Wörter wie „ha jo“, „isch“ oder „fei“ als einen unverständlichen Satz.
- Über sich selbst lachen: Schwäbischer Humor ist vor allem Selbstironie. Witze, die andere Menschen kleinmachen, passen nicht zum Ton der beiden.
Als Übung kannst du eine eigene Alltagssituation nehmen, etwa den Einkauf, und beide Figuren darüber reden lassen. Das Äffle stellt die Frage, das Pferdle gibt eine Antwort, die zugleich logisch und völlig überraschend ist. Ähnlich funktionieren übrigens kurze Mathe-Witze: Auch sie leben davon, dass eine Antwort formal richtig, aber anders als erwartet ist.
Welcher Witz passt zu welchem Anlass?
Wer einen Witz für eine Rede, eine Karte oder eine Feier sucht, findet in dieser Übersicht schnell den passenden. Die Nummern beziehen sich auf die Witze weiter oben.
| Anlass | Passende Witze | Warum sie passen |
|---|---|---|
| Geburtstag | Nr. 4, 15, 26 | harmlos, mit kleinem Seitenhieb auf Geschenke, Hunger oder Geduld |
| Einweihung, neues Haus | Nr. 7, 8, 9 | drehen sich um Häuslebauen und Kehrwoche |
| Abschied aus der Firma | Nr. 10, 30, 31 | Arbeit, Überstunden und Büroalltag |
| Vereinsabend, Stammtisch | Nr. 2, 13, 34 | funktionieren gut vor Leuten, die sich kennen |
| Kinder, Familie | Nr. 24 bis 28 | ohne Anspielungen, auch auf Hochdeutsch verständlich |
| Gäste von außerhalb | Nr. 18, 19, 21 | erklären den Dialekt gleich mit und laden zum Mitlachen ein |
Wo passen schwäbische Witze und Sprüche?
Schwäbische Witze passen überall dort, wo ein lockerer Ton erwünscht ist und mindestens ein paar Menschen den Dialekt verstehen: auf Geburtstagen, beim Vereinsabend, in einer Rede zum Abschied eines Kollegen aus der Region oder als Einstieg in eine Präsentation. Für ein Publikum ohne Bezug zum Südwesten lohnt sich die hochdeutsche Übersetzung direkt nach dem Witz.
Bei Reden gilt: Ein oder zwei Witze reichen. Am besten wirkt ein Witz, der zum Anlass passt. Zur Einweihung eines Hauses passt der Häuslebauer-Witz, zum Abschied aus der Firma der Überstunden-Witz, zum Geburtstag der Spruch mit den Kerzen vom letzten Jahr. Wer regionale Küche mag, kann zu einem Vesper oder einem Zwiebelkuchen mit neuem Wein passend den Moscht-Witz erzählen. Ein bewährtes Rezept dafür steht in unserem Zwiebelkuchen nach Landfrauen-Art.
Und wer nach dem Schwäbischen Lust auf Witze aus einer anderen Ecke hat, findet bei den Italiener-Witzen rund um Pasta und Kaffee eine ähnlich augenzwinkernde Sammlung.
Häufige Fragen zu den Witzen von Äffle und Pferdle
Sind das hier die Original-Witze aus dem Fernsehen?
Nein. Die Original-Spots und ihre Texte sind urheberrechtlich geschützt. Alle Dialoge in diesem Artikel sind neu geschrieben und orientieren sich nur am Stil der beiden. Die Originale kennt man aus dem Fernsehen und von den DVD-Ausgaben.
Wer hat Äffle und Pferdle erfunden?
Entwickelt hat die Figuren der Stuttgarter Filmproduzent Armin Lang (1928 bis 1996) zusammen mit seinem Bruder Volker Lang für das Werbefernsehen des Süddeutschen Rundfunks. Er sprach später auch beide Figuren und sang den „Hafer- und Bananenblues“.
Wie schreibt man Schwäbisch richtig?
Eine verbindliche Rechtschreibung gibt es nicht. Je nach Ort klingt und schreibt man Wörter anders, etwa „ned“ oder „net“, „Johr“ oder „Joahr“. Wichtig ist, dass der Text laut vorgelesen nach Schwäbisch klingt und innerhalb eines Textes einheitlich bleibt.
Darf ich Bilder von Äffle und Pferdle für eine Einladung verwenden?
Die Figuren sind geschützt. Für eine Veröffentlichung, etwa im Internet oder auf verkauften Produkten, sollten die Rechte vorher geklärt werden. Sicherer ist es, die selbst geschriebenen Witze und Sprüche ohne Abbildungen der Figuren zu verwenden oder lizenzierte Fanartikel zu nutzen.
Wie spricht man „Äffle“ und „Pferdle“ aus?
Das „Ä“ klingt wie ein offenes E, also ungefähr „Efle“. Die Endung „-le“ wird kurz und unbetont gesprochen, mit einem schwachen E am Schluss, nicht wie das englische „-ley“. Beim Pferdle liegt die Betonung ebenfalls auf der ersten Silbe.
Warum geht es in schwäbischen Witzen so oft ums Sparen?
Sparsamkeit, Fleiß und Ordnung gelten als typisch schwäbische Eigenschaften, und viele Schwaben spielen selbst gern damit. Die Witze funktionieren deshalb vor allem als Selbstironie. Erzählt jemand von außerhalb sie, kommt es auf den Ton an: augenzwinkernd ja, abwertend nein.
Welche Witze eignen sich für Kinder?
Die Witze im Abschnitt für Kinder kommen ohne Anspielungen aus und lassen sich auch auf Hochdeutsch erzählen. Bei den klassischen Schwabenwitzen ist die Todesanzeige für jüngere Kinder eher ungeeignet, weil sie das Thema Tod aufgreift.