Den Filtereinlauf setzt du ein paar Zentimeter über dem Bodengrund, den Auslauf knapp unter der Wasseroberfläche – und zwar so, dass das gefilterte Wasser einmal durch das ganze Becken läuft, bevor es wieder angesaugt wird. Stehen Ein- und Auslauf zu dicht beieinander, pumpt der Filter vor allem sein eigenes, frisch gefiltertes Wasser im Kreis. Der Rest des Beckens bekommt dann kaum Strömung.
Dieser Ratgeber zeigt dir die bewährten Anordnungen für Innenfilter, Außenfilter und Hamburger Mattenfilter, erklärt den Zusammenhang zwischen Oberflächenbewegung, Sauerstoff und CO₂ und hilft dir, eine bestehende Anordnung zu überprüfen. Für Montage und Aufstellung hat die Anleitung deines Filtermodells Vorrang.
Die Grundregeln auf einen Blick
| Bauteil | Position | Warum |
|---|---|---|
| Einlauf (Ansaugung) | unten, aber einige Zentimeter über dem Bodengrund | Schmutz sinkt nach unten; direkt am Boden würde Sand oder Mulm angesaugt |
| Auslauf (Rückführung) | knapp unter der Wasseroberfläche | bewegt die Oberfläche leicht und bringt Sauerstoff ins Wasser |
| Abstand zueinander | so, dass das Wasser einen Weg durch das Becken nehmen muss | verhindert den „Kurzschluss“ zwischen Ein- und Auslauf |
| Außenfilter-Topf | unterhalb des Aquariums, meist im Unterschrank | die Pumpe arbeitet so, wie es die Hersteller vorsehen |
Zwei bewährte Anordnungen
Es gibt nicht nur eine richtige Lösung. In der Praxis haben sich zwei Varianten durchgesetzt. Entscheidend ist bei beiden, dass das Wasser das ganze Becken durchströmt.
Ein- und Auslauf auf derselben Schmalseite
Der Auslauf sitzt oben an einer Schmalseite und drückt das Wasser an der Oberfläche über die ganze Beckenlänge. Am anderen Ende sinkt es ab, strömt in Bodennähe zurück und wird unten an derselben Seite wieder angesaugt. So entsteht eine Kreisströmung über die gesamte Länge. Diese Anordnung ist im Pflanzenaquarium und beim Aquascaping verbreitet, weil Schläuche und Glasrohre an einer Stelle gebündelt sind. Damit sie funktioniert, gehört der Einlauf in die untere Ecke, der Auslauf in die obere – nie beide auf gleicher Höhe direkt nebeneinander.
Ein- und Auslauf an gegenüberliegenden Seiten
Der Auslauf sitzt oben an der einen Schmalseite, der Einlauf unten an der anderen. Das Wasser durchquert das Becken diagonal. Diese Variante ist intuitiv, braucht aber einen Schlauch, der über die Beckenlänge geführt wird, oder bei Innenfiltern ein Verlängerungsrohr.
Bei langen Becken reicht ein einzelner Filter oft nicht für eine gleichmäßige Strömung bis in die letzte Ecke. Dann helfen ein zweiter Filter an der Gegenseite oder eine kleine Strömungspumpe.
Anordnung nach Filtertyp
| Filtertyp | Einlauf | Auslauf | Darauf achten |
|---|---|---|---|
| Innenfilter | Ansaugschlitze im unteren Teil des Gehäuses, Gehäuse in einer Ecke | Düse oben, knapp unter der Oberfläche, Richtung Beckenlänge | Gehäuse nicht auf den Bodengrund stellen; für Wartung gut erreichbar montieren |
| Außenfilter | Ansaugrohr mit Ansaugkorb unten im Becken | Rückführung oben, z. B. Düse, Sprühbalken oder Glasrohr (Lily Pipe) | Filtertopf unter dem Becken; Schläuche ohne Knicke, Verbindungen regelmäßig auf Dichtigkeit prüfen |
| Hamburger Mattenfilter | die ganze Mattenfläche an einer Seite oder in einer Ecke | Luftheber oder Pumpe hinter der Matte, Ausströmung oben | Matte dicht an die Scheiben anpassen, damit kein Wasser an ihr vorbeiläuft |
Wie hoch der Einlauf sitzen sollte
Der Rat, den Einlauf „so nah wie möglich am Boden“ anzubringen, greift zu kurz. Sitzt der Ansaugkorb direkt auf dem Bodengrund, saugt er Sand, feinen Kies oder aufgewirbelten Mulm an. Das setzt den Vorfilter schneller zu und kann bei feinem Sand die Pumpe belasten. Ein Abstand von einigen Zentimetern über dem Bodengrund ist ein guter Ausgangspunkt. Lege den Einlauf außerdem nicht hinter dichte Pflanzen oder Steine, sonst saugt er nur aus einem abgeschirmten Winkel.
Mit Garnelen oder Jungfischen gehört ein Ansaugschutz auf den Einlauf, etwa ein Vorfilterschwamm oder ein feinmaschiger Edelstahlschutz. Junge Garnelen suchen gern im Filtermulm nach Futter und werden sonst angesaugt. Ein Schwamm setzt sich mit der Zeit zu. Spüle ihn deshalb in Aquarienwasser aus, sobald die Strömung am Auslauf spürbar nachlässt.
Oberflächenbewegung: Sauerstoff gegen CO₂
Je stärker der Auslauf die Wasseroberfläche bewegt, desto besser gelangt Sauerstoff ins Wasser – und desto schneller entweicht gelöstes CO₂. Ohne CO₂-Anlage ist eine kräftige Oberflächenbewegung meist unproblematisch und hilft gegen Kahmhaut. Mit CO₂-Düngung ist ein Kompromiss gefragt: Die Oberfläche soll sich leicht kräuseln, aber nicht sprudeln.
- Zu viel Bewegung: Der CO₂-Gehalt erreicht trotz höherer Blasenzahl den Zielwert nicht.
- Zu wenig Bewegung: Es bildet sich ein öliger Film (Kahmhaut) auf dem Wasser, und nachts kann der Sauerstoff knapp werden.
Die Höhe des Auslaufs ist dabei dein Regler. Ein paar Zentimeter tiefer beruhigt die Oberfläche, ein Stück höher belebt sie. Den CO₂-Diffusor platzierst du am besten unterhalb des Auslaufs, damit die feinen Bläschen von der Strömung erfasst und im Becken verteilt werden. Wie du den CO₂-Gehalt aus pH und Karbonathärte berechnest und richtig einstellst, zeigt unser Ratgeber zum CO₂ im Aquarium mit Rechner.
Fische, die ruhiges Wasser bevorzugen, etwa Kampffische oder Fadenfische, profitieren von einem gedrosselten oder nach unten gerichteten Auslauf.
Strömung prüfen: der einfache Test
Ob deine Anordnung funktioniert, siehst du nach wenigen Minuten:
- Streue eine kleine Prise zerriebenes Flockenfutter vor den Auslauf und beobachte, wohin es treibt.
- Achte darauf, ob sich die Pflanzen im ganzen Becken leicht bewegen oder nur in der Nähe des Filters.
- Kontrolliere nach einigen Tagen, wo sich Mulm sammelt. Diese Stellen sind die toten Zonen.
- Beobachte deine Fische: Stehen sie dauerhaft im Windschatten von Steinen oder kämpfen sichtbar gegen die Strömung, ist der Auslauf zu stark oder falsch ausgerichtet.
Typische Probleme und was hilft
| Beobachtung | Wahrscheinliche Ursache | Was du tun kannst |
|---|---|---|
| Mulm sammelt sich in einer Ecke | tote Zone, Strömung erreicht die Ecke nicht | Auslauf neu ausrichten oder Einlauf näher an diese Ecke setzen |
| Ölige Haut auf der Wasseroberfläche | zu wenig Oberflächenbewegung | Auslauf etwas höher setzen oder leicht nach oben richten |
| CO₂-Wert bleibt trotz höherer Zufuhr niedrig | zu starke Oberflächenbewegung | Auslauf tiefer setzen, Oberfläche nur leicht kräuseln lassen |
| Wasser wird kaum klarer, obwohl der Filter läuft | Kurzschluss: Ein- und Auslauf zu nah beieinander | Abstand vergrößern, Einlauf nach unten, Auslauf nach oben |
| Garnelen oder Jungfische im Filter | kein Ansaugschutz | Vorfilterschwamm oder Edelstahlschutz auf den Einlauf |
| Strömung lässt nach | Vorfilter oder Filtermaterial zugesetzt | Vorfilter ausspülen; zur Reihenfolge der Medien siehe unten |
Lässt die Leistung trotz richtiger Position nach, liegt es oft am Inhalt des Filters. Welche Medien in welcher Reihenfolge sitzen sollten, erklärt der Beitrag zur Aquarium-Filtermaterial-Reihenfolge. Ist das Wasser trüb, hilft der Ratgeber Aquarium-Wasser trüb bei der Einordnung.
Häufige Fragen
Sollten Filtereinlauf und -auslauf auf derselben Seite sitzen?
Das kann gut funktionieren, wenn der Einlauf unten und der Auslauf oben sitzt und das Wasser über die ganze Beckenlänge strömt. Problematisch wird es nur, wenn beide auf gleicher Höhe direkt nebeneinander liegen. Dann zirkuliert das Wasser vor allem im Filter selbst.
Wie tief muss der Auslauf unter der Wasseroberfläche sitzen?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Richte dich nach der Oberfläche: Sie soll sich leicht bewegen, ohne zu sprudeln. Mit CO₂-Anlage eher ruhiger, ohne CO₂ darf es etwas mehr sein.
Wo stelle ich den Außenfilter auf?
Unterhalb des Aquariums, in der Regel im Unterschrank. Den zulässigen Höhenunterschied und die Montage der Schläuche nennt die Anleitung deines Modells. Plane vor allem genug Platz zum Öffnen des Filters ein. Hinweise zum Bau eines tragfähigen Unterschranks findest du im Ratgeber Aquarium-Unterschrank selber bauen.
Muss ich die Position nach dem Einfahren ändern?
Nur, wenn der Strömungstest tote Zonen oder Probleme zeigt. Wachsen Pflanzen dicht vor dem Einlauf oder dem Auslauf, solltest du die Anordnung erneut prüfen. Während der Einfahrphase eines neuen Beckens gilt: Filter durchlaufen lassen und nicht umbauen, siehe Aquarium einfahren.
Für deinen nächsten Check: Mach den Flockenfutter-Test, schau dir die Mulmecken an und verändere immer nur eine Sache – Höhe oder Richtung des Auslaufs. So findest du in wenigen Schritten die Anordnung, die zu deinem Becken passt.
Frühere Fassung zuletzt aktualisiert am 14.02.2024. Redaktionell vollständig überarbeitet im Oktober 2026.