Wer ein Aquarium mit Drachenstein einrichten will, bekommt ein zerklüftetes, lehmbraunes Hardscape, das die Wasserwerte praktisch nicht verändert. Damit das Ergebnis lange schön und stabil bleibt, kommt es auf drei Dinge an: den Stein vorher gründlich vom Lehm befreien, den Aufbau so planen, dass nichts kippt oder bricht, und die Pflanzen passend zur rauen Oberfläche wählen. Diese Anleitung geht alle Schritte durch, vom Kauf bis zur Pflege im eingefahrenen Becken.
Wenn du noch überlegst, ob Drachenstein überhaupt das richtige Material ist oder ob Lava, Schiefer oder Seiryu besser passen, hilft dir zuerst der Vergleich in unserem Ratgeber welche Steine sich für das Aquarium eignen. Hier geht es nur um den Drachenstein selbst.
Was ist Drachenstein (Ohko-Stein)?
Drachenstein, im Handel auch Ohko-Stein oder Dragon Stone genannt, ist ein Sedimentgestein aus verfestigtem Ton und Schluff, also eine Art Tonstein. Typisch sind die lehmbraune bis olivgrüne Farbe, eine schuppig wirkende Oberfläche und viele Löcher und Spalten. An diese Struktur erinnert der Name: Die Oberfläche sieht aus wie Drachenhaut.
Für die Aquaristik sind vor allem vier Eigenschaften wichtig:
- Kalkfrei: Drachenstein enthält normalerweise kein Karbonat und hebt deshalb weder Karbonathärte noch pH-Wert an. Wie du das selbst überprüfst, steht im nächsten Abschnitt.
- Weich und brüchig: Das Gestein ist deutlich weicher als Basalt oder Quarzit. Kanten können abbröckeln, und ein Stein kann entlang von Tonschichten brechen, wenn er fällt oder punktuell belastet wird.
- Viele Hohlräume: Die Löcher sind teilweise mit Lehm oder Erde gefüllt. Das ist der Grund für die gründliche Reinigung vor dem Einsetzen.
- Vergleichsweise leicht: Durch die Hohlräume wiegt ein Drachenstein bei gleicher äußerer Größe in der Regel weniger als ein kompakter Stein wie Basalt oder Seiryu. Das erleichtert hohe Aufbauten, macht sie aber nicht automatisch stabil.
Der Name „Drachenstein“ wird außerhalb der Aquaristik auch für ganz andere Steine verwendet, etwa im Schmuck- und Esoterikbereich. Wenn du nach der Wirkung von Drachenstein suchst: Im Aquarium geht es um die chemische und gestalterische Wirkung, also um Wasserwerte, Optik und Lebensraum. Heilende oder energetische Wirkungen haben in einem Aquaristik-Ratgeber nichts zu suchen.
Verändert Drachenstein die Wasserwerte?
In der Regel nein. Drachenstein gilt in der Aquaristik als chemisch neutral, weil Tonstein im Gegensatz zu Kalkstein, Marmor oder Seiryu kein nennenswertes Karbonat enthält. Er hebt also weder KH noch pH an und eignet sich deshalb auch für Weichwasserbecken mit Osmosewasser. Da es sich um ein Naturprodukt handelt, lohnt sich trotzdem ein kurzer eigener Test.
Ein Einfluss kann in den ersten Wochen von einer anderen Seite kommen: Lehmreste aus den Hohlräumen trüben das Wasser und bringen organisches Material ins Becken. Das ist kein Problem der Härte, sondern eine Frage der Sauberkeit. Gründlich gereinigte Steine verursachen das kaum.
So prüfst du deinen Drachenstein selbst
Zwei einfache Tests geben dir Sicherheit, bevor zehn oder zwanzig Kilogramm Stein im Becken liegen:
- Säuretest: Schlage an einem kleinen Stück eine frische Bruchstelle an und gib ein paar Tropfen Essigessenz darauf. Schäumt oder zischt es, enthält der Stein Karbonat. Bei echtem Drachenstein passiert normalerweise nichts. Mach den Test nicht nur an der Außenseite, denn dort sitzen oft Staub und Lehm, die das Ergebnis verfälschen.
- Eimertest: Lege einen Teil der Steine in einen sauberen Eimer mit weichem Wasser, am besten Osmosewasser oder dem Wasser, das du später verwenden willst. Miss KH, GH und pH am ersten Tag und dann nach zehn bis vierzehn Tagen erneut. Bleiben die Werte gleich, ist der Stein für dein Vorhaben geeignet.
Der Eimertest ist vor allem für Garnelenbecken mit sehr niedriger Härte sinnvoll, bei denen schon ein Grad KH mehr stört. Bei einem normalen Gesellschaftsbecken mit Leitungswasser reicht meist der Säuretest.
Drachenstein kaufen: Worauf du bei der Auswahl achten solltest
Kaufe Drachenstein nach Form, nicht nach Gewicht. Für ein überzeugendes Hardscape brauchst du einen klar dominierenden Hauptstein, zwei bis vier mittlere Begleitsteine und eine Handvoll kleiner Bruchstücke für Übergänge. Ein Sack gleich großer Steine sieht im Becken schnell wie eine Mauer aus.
Achte beim Aussuchen auf diese Punkte:
- Standfläche: Ein Hauptstein braucht eine flache, breite Unterseite. Steine, die nur auf einer Spitze stehen, lassen sich später kaum sicher verbauen.
- Risse: Fahre mit dem Finger über erkennbare Spalten und drücke leicht. Bewegt sich ein Teil oder knirscht es, bricht der Stein beim Reinigen oder Aufbauen wahrscheinlich.
- Lehmanteil: Steine mit sehr viel losem Lehm in den Löchern machen mehr Arbeit und verlieren beim Ausspülen an Masse. Etwas Lehm ist normal.
- Struktur und Richtung: Viele Drachensteine haben eine erkennbare Maserung oder Schichtung. Wenn alle Steine im Becken später in dieselbe Richtung „fließen“, wirkt das Hardscape wie eine zusammenhängende Felslandschaft.
- Farbe: Die Farbtöne schwanken von Charge zu Charge. Kaufe möglichst alle Steine für ein Becken auf einmal, damit sie zusammenpassen.
Drachenstein reinigen und abkochen
Drachenstein reinigst du mechanisch: mit Wasser, einer Bürste und etwas Geduld, ohne Spülmittel oder andere Reinigungsmittel. Ziel ist, den losen Lehm aus Löchern und Spalten zu holen, damit er später nicht das Becken trübt. Abkochen ist bei gekauftem Drachenstein meist nicht nötig und kann den Stein sogar beschädigen.
Schritt für Schritt
- Trocken abbürsten: Bürste groben Staub und Erde zuerst trocken ab, zum Beispiel draußen mit einer Wurzelbürste.
- Ausspülen: Spüle jeden Stein unter fließendem Wasser oder mit dem Gartenschlauch bei mittlerem Druck. Ein zu harter Strahl löst nicht nur Lehm, sondern auch Teile der Oberfläche.
- Löcher freilegen: Mit einem Holzspieß, einer alten Zahnbürste oder einer Pinzette holst du festsitzenden Lehm aus den Hohlräumen. Lehm, der sich nicht löst, ist Teil des Gesteins und darf bleiben.
- Wässern: Lege die Steine zwei bis drei Tage in einen Eimer oder eine Wanne mit Wasser und wechsle das Wasser täglich. Ist es danach noch stark braun, spülst du noch einmal gründlich nach.
- Trocknen lassen: Für den Trockenaufbau und vor allem zum Kleben sollten die Steine wieder trocken sein.
Kann man Drachenstein abkochen?
Möglich ist es, empfehlenswert meist nicht. Beim Abkochen dehnt sich Wasser aus, das in Rissen und Tonschichten steckt, und der weiche Stein kann dabei reißen oder zerfallen. Außerdem passen große Stücke ohnehin in keinen Topf. Abkochen ist vor allem für Steine aus der Natur gedacht, um Keime abzutöten. Bei Drachenstein aus dem Zoofachhandel bringt gründliches Ausspülen und Wässern mehr.
Wenn du einen kleinen Stein trotzdem abkochen willst, lege ihn in kaltes Wasser, erhitze langsam und lass ihn im Wasser abkühlen. Schnelle Temperaturwechsel sind das größte Risiko. Übergießen mit heißem Wasser aus dem Wasserkocher ist eine schonendere Alternative.
Wie viel Drachenstein brauchst du?
Als Anhaltspunkt für ein steinbetontes Hardscape gelten etwa ein bis zwei Kilogramm Stein pro zehn Liter Beckenvolumen. Bei Drachenstein darfst du eher am unteren Ende planen, weil die Steine durch ihre Hohlräume bei gleichem Gewicht größer wirken. Wird das Becken zusätzlich mit Wurzeln gestaltet, sinkt der Bedarf deutlich.
| Beckengröße (Beispiel) | Volumen ca. | Drachenstein bei 1 kg / 10 l | Drachenstein bei 2 kg / 10 l |
|---|---|---|---|
| Nano 30 x 30 x 30 cm | 27 l | ca. 3 kg | ca. 5 kg |
| 60 x 30 x 30 cm | 54 l | ca. 5 kg | ca. 11 kg |
| 80 x 35 x 40 cm | 112 l | ca. 11 kg | ca. 22 kg |
| 90 x 40 x 40 cm | 144 l | ca. 14 kg | ca. 29 kg |
| 120 x 50 x 50 cm | 300 l | ca. 30 kg | ca. 60 kg |
Die Volumenangaben sind Bruttowerte aus Länge, Breite und Höhe. Die Steinmengen sind gerundete Richtwerte, keine Pflichtmengen. Ein reines Felsbecken im Iwagumi-Stil kann mehr brauchen, ein Pflanzenbecken mit einem einzelnen Steinmotiv deutlich weniger.
Denke beim Gewicht auch an den Unterbau: Zum Wasser und Bodengrund kommen die Steine dazu. Bei einem 90er-Becken mit knapp 30 Kilogramm Hardscape macht das einen spürbaren Unterschied. Wie sich das Gesamtgewicht zusammensetzt, zeigt unser Beispiel zum Aquarium 90x40x40.
Hardscape mit Drachenstein aufbauen
Ein Drachenstein-Hardscape baust du am besten zweimal: einmal trocken außerhalb des Beckens und dann endgültig im leeren Aquarium, bevor Wasser und Pflanzen kommen. So kannst du Formen ausprobieren, ohne das Glas zu gefährden, und erkennst früh, welche Steine verklebt werden müssen.
1. Trockenaufbau außerhalb des Beckens
Zeichne die Grundfläche des Aquariums auf Pappe oder ein großes Stück Papier und baue darauf. Lege ein Handtuch unter, damit nichts abbricht. Probiere die Position des Hauptsteins zuerst allein aus und ergänze dann die Begleitsteine. Mach von jeder Variante, die dir gefällt, ein Foto von vorne. Aus der Frontansicht sieht ein Aufbau oft ganz anders aus als von oben.
2. Unterlage und Bodengrund
Große Steine kommen vor dem Bodengrund ins Becken: Du stellst sie direkt auf den Glasboden oder auf eine Schutzunterlage, etwa eine dünne Kunststoffplatte, aber nie obenauf den Bodengrund. Eine Unterlage verteilt die Last und verhindert, dass eine einzelne Kante das Glas punktuell belastet. Erst danach füllst du den Bodengrund um die Steine herum. So können Fische oder Schnecken sie nicht untergraben, und die Steine sacken nicht ab und kippen nicht. Welche Schichten sinnvoll sind, erklärt der Beitrag zum Bodengrund-Aufbau.
3. Hauptstein setzen
Platziere den Hauptstein nicht genau in der Mitte, sondern etwas seitlich, ungefähr auf einem Drittel der Beckenlänge. Das wirkt natürlicher als eine symmetrische Anordnung. Kippe ihn leicht nach hinten, damit er zur Rückwand hin „lehnt“ und Tiefe entsteht.
4. Begleitsteine und Übergänge
Die mittleren Steine ordnest du so an, dass ihre Maserung in dieselbe Richtung zeigt wie beim Hauptstein. Eine ungerade Zahl von Hauptgruppen, meist drei oder fünf, wirkt in der Regel ausgewogener als zwei oder vier. Mit den kleinen Bruchstücken schaffst du Übergänge zum Bodengrund, sodass die großen Steine nicht wie abgestellt aussehen, sondern aus dem Boden zu wachsen scheinen.
5. Höhe und Tiefe
Ein Hang, der hinten höher ist als vorne, lässt das Becken tiefer wirken. Du kannst dafür den Bodengrund hinten aufschütten und die Steine als Stütze nutzen. Achte darauf, dass vorne genug freie Fläche bleibt, damit du später mit Schlauch, Pinzette und Schere an alle Stellen kommst.
6. Kontrolle vor dem Befüllen
Drücke jeden Stein von mehreren Seiten leicht an. Was sich bewegt, wird neu gesetzt oder verklebt. Prüfe auch, ob Löcher oder Spalten so eng sind, dass Fische oder Garnelen hineinschwimmen, aber nicht mehr herauskommen. Solche Stellen schließt du mit einem kleinen Stein oder Bodengrund.
Stabilität: Drachenstein verkleben, brechen und sichern
Drachenstein ist leicht und rau, deshalb halten kleine Aufbauten oft schon durch Reibung. Bei Höhlen, Überhängen und Aufbauten, die höher als etwa 20 Zentimeter sind, solltest du die Steine aber verkleben. Ein einstürzender Aufbau kann Tiere erschlagen und im schlimmsten Fall die Scheibe beschädigen.
Verkleben
- Sekundenkleber-Gel (Cyanacrylat): Häufig verwendet für kleinere Verbindungen und zum Befestigen von Pflanzen. Er hält auf trockenen Flächen am besten. Nimm reines Cyanacrylat-Gel ohne weitere Zusätze.
- Aquariensilikon: Geeignet für größere Klebeflächen, braucht aber je nach Produkt mindestens einen Tag zum Aushärten (Herstellerangabe beachten) und haftet auf staubigem Ton schlecht. Die Klebestellen deshalb gründlich säubern.
- Kombination: Ein bewährter Trick ist, Kleber aufzutragen und feinen Bodengrund oder Steinbröckchen daraufzustreuen. So verschwindet die Klebestelle optisch.
Klebe außerhalb des Beckens, lasse alles vollständig aushärten und spüle den fertigen Aufbau noch einmal ab, bevor er ins Aquarium kommt. Bei großen Aufbauten hilft es, sie in zwei oder drei Teilen zu kleben, die du im Becken zusammensetzt.
Drachenstein gezielt brechen
Weil Drachenstein weich ist, lässt er sich gut in passende Stücke teilen. Lege den Stein auf eine weiche Unterlage, setze einen Meißel an einer Spalte oder Schichtgrenze an und schlage mit dem Hammer kurz und kontrolliert zu. Alternativ wickelst du den Stein in ein altes Handtuch, dann fliegen keine Splitter. Eine Schutzbrille ist trotzdem sinnvoll. Die frischen Bruchkanten sehen anfangs heller aus, dunkeln aber im Wasser meist nach.
Wenn ein Stein im Becken bricht
Kleine abgebrochene Ecken sind kein Grund zur Sorge, du kannst sie als Übergangsstücke weiterverwenden. Bricht ein tragender Stein, nimm den Aufbau oberhalb ab, bevor du ihn ersetzt. Ursache ist meist eine Spalte, die schon beim Kauf da war, oder eine punktuelle Last. Deshalb lohnt der Blick auf Risse bei der Auswahl.
Drachenstein Aquarium Ideen: bewährte Layouts
Drachenstein passt zu fast allen klassischen Aquascaping-Formen, weil er gleichzeitig Masse und Struktur mitbringt. Diese fünf Layouts lassen sich auch mit wenig Erfahrung umsetzen:
- Bergkette (konvex): Ein großer Hauptstein in der Mitte oder leicht versetzt, flankiert von kleineren Steinen, die zu den Seiten hin abfallen. Wirkt wie ein Gebirgszug und eignet sich gut für schmale Becken.
- Tal (konkav): Höhere Steingruppen links und rechts, in der Mitte ein freier Weg aus hellem Sand. Das schafft viel Tiefe und Schwimmraum für Schwarmfische.
- Dreieck: Der Hauptstein steht auf einer Seite, die Steine werden zur anderen Seite hin kleiner. Ein ruhiges, leicht umsetzbares Layout für Einsteiger.
- Insel: Eine kompakte Steingruppe in der Mitte, rundherum Bodendecker. Funktioniert gut in Nano-Becken, die von mehreren Seiten sichtbar sind.
- Höhlenlandschaft: Mehrere verklebte Steine bilden Höhlen und Überhänge. Ideal für Welse, Zwergbuntbarsche oder Garnelen, die Verstecke brauchen.
Für ein Drachenstein-Aquascape mit Wurzel bietet sich eine Mischform an: Eine feine, verzweigte Wurzel wächst aus der Steingruppe heraus und gibt dem Becken eine zweite Ebene. Wichtig ist, dass ein Material dominiert. Wenn Stein und Holz gleich viel Raum einnehmen, wirkt das Bild oft unruhig.
Welche Pflanzen passen zu Drachenstein?
Zu Drachenstein passen vor allem Aufsitzerpflanzen, die sich mit ihren Wurzeln an der rauen Oberfläche festhalten, sowie niedrige Bodendecker, die den Übergang zum Boden kaschieren. Die Löcher im Stein eignen sich hervorragend, um Pflanzen festzuklemmen, ohne sie zu kleben.
| Pflanze | Wo im Hardscape | Befestigung | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Anubias, z. B. Anubias barteri var. nana | auf Steinkanten, in Spalten | Rhizom einklemmen oder mit Gel fixieren | Rhizom nicht im Bodengrund vergraben |
| Javafarn (Microsorum pteropus) | an der Rückseite höherer Steine | festbinden oder einklemmen | wächst langsam, braucht wenig Licht |
| Bucephalandra | kleine Spalten, Vordergrundsteine | einklemmen oder kleben | sehr langsam, passt gut zu Nano-Becken |
| Javamoos (Taxiphyllum barbieri) und andere Moose | Oberflächen, Übergänge | mit Baumwollfaden oder Gel aufbinden | regelmäßig zurückschneiden, sonst sammelt sich Mulm |
| Nadelsimse (Eleocharis acicularis) | um die Steinbasis | in den Bodengrund setzen | bildet einen grasartigen Rasen |
| Kleinblättrige Bodendecker wie Micranthemum ‚Monte Carlo‘ | Vordergrund, Täler | in den Bodengrund setzen | braucht mehr Licht und meist CO₂-Zugabe |
Rote Stängelpflanzen wie Ludwigia repens oder Rotala rotundifolia setzen hinter einer Drachenstein-Gruppe einen schönen Farbkontrast zum warmen Braun. Sie gehören aber in den Hintergrund und brauchen regelmäßigen Rückschnitt, sonst verdecken sie die Steine, um die es eigentlich geht.
Aufsitzer befestigen
Der einfachste Weg ist Einklemmen: Das Rhizom einer Anubia oder eines Javafarns passt oft genau in ein Loch des Drachensteins. Hält es nicht, bindest du die Pflanze mit Baumwollfaden oder Angelschnur fest. Baumwolle löst sich nach einigen Wochen auf, wenn die Wurzeln längst halten. Sekundenkleber-Gel ist die schnellste Lösung: Pflanze kurz aus dem Wasser nehmen, einen Tropfen Gel auf den Stein, Rhizom andrücken, fertig.
Für welche Fische und Garnelen eignet sich Drachenstein?
Weil Drachenstein die Wasserwerte nicht verändert, eignet er sich für die meisten Süßwasserbecken, besonders für Weichwasserbecken mit Salmlern, Zwergbärblingen oder Garnelen. Entscheidend sind weniger die Wasserwerte als die scharfen Kanten, die engen Löcher und das Verhalten der Tiere.
- Garnelen: Gut geeignet. Die Hohlräume bieten Verstecke für frisch gehäutete Tiere, und auf der rauen Oberfläche bildet sich Aufwuchs, den Garnelen abweiden. Für Bienengarnelen und andere Weichwasserarten ist die Kalkfreiheit ein klarer Vorteil.
- Kleine Schwarmfische: Gut geeignet, solange genug freier Schwimmraum bleibt. Ein Tal-Layout bietet beides.
- Panzerwelse: Möglich, aber die Steine sollten so stehen, dass die Welse nicht ständig an scharfen Kanten entlang gründeln. Davor gehört feiner Sand.
- Harnischwelse und Zwergbuntbarsche: Verklebte Höhlen aus Drachenstein werden gern angenommen. Die Höhlen müssen stabil sein, weil diese Fische darin graben und sich hineindrücken.
- Grabende Buntbarsche aus Malawi- oder Tanganjikasee: Eher ungeeignet. Diese Fische brauchen hartes Wasser, das Drachenstein nicht puffert, und sie untergraben Steinaufbauten. Für sie ist kalkhaltiges Gestein die bessere Wahl.
Ein Punkt wird oft übersehen: Kleine Fische und Garnelen können in enge Löcher hineinschwimmen und darin stecken bleiben. Schließe sehr enge, tiefe Hohlräume vor dem Befüllen und zähle nach dem Einsetzen der Tiere in den ersten Tagen regelmäßig durch.
Drachenstein im Aquarium pflegen
Drachenstein braucht wenig Pflege: Belag mit einer weichen Bürste entfernen, Mulm aus Löchern absaugen und bei Bedarf einzelne Steine zum Reinigen herausnehmen. Chemische Reinigungsmittel gehören auch dabei nicht ins Becken. Der natürliche Aufwuchs, der dem Stein eine dunklere, lebendige Farbe gibt, darf ruhig bleiben.
Beläge in den ersten Wochen
In einem frisch eingerichteten Becken überziehen sich Steine häufig mit braunem, schmierigem Belag. Meist sind das Kieselalgen, die in der Einfahrphase typisch sind und nach einigen Wochen von selbst zurückgehen. Wie du sie von anderen Belägen unterscheidest, zeigt der Beitrag zu braunen Algen im Aquarium. Hilfreich ist, das Becken vor dem Besatz in Ruhe einzufahren und die Steine dabei regelmäßig abzuwischen.
Mulm in den Hohlräumen
Die vielen Löcher sammeln mit der Zeit Futterreste und Mulm. Sauge sie beim Wasserwechsel kurz mit dem Schlauch ab oder strudle sie mit einer Pipette auf, damit der Filter sie aufnimmt. Moospolster auf dem Stein halten besonders viel Schmutz fest und sollten deshalb regelmäßig ausgedünnt werden.
Stein herausnehmen
Lässt sich ein Belag im Becken nicht entfernen, nimm einzelne Steine heraus, schrubbe sie in einem Eimer mit Aquarienwasser ab und setze sie zurück. Mit Aquarienwasser statt Leitungswasser bleiben mehr nützliche Bakterien auf der Oberfläche. Bei verklebten Aufbauten geht das nur in Teilen, ein weiterer Grund, große Strukturen in Modulen zu bauen.
Drachenstein mit anderen Materialien kombinieren
Drachenstein harmoniert am besten mit warmen, natürlichen Farben: beigefarbenem oder hellbraunem Sand, dunkler Soil-Erde und feinen, verzweigten Wurzeln. Starke Kontraste wie weißer Kies oder grauer Seiryu-Stein lassen das Becken dagegen schnell zusammengewürfelt wirken.
- Sand: Ein heller, feiner Sand als „Weg“ oder Strand vor den Steinen betont deren Struktur. Als Bodengrund für Pflanzen eignet er sich nur in Kombination mit einer nährstoffhaltigen Schicht darunter.
- Soil: Dunkler Pflanzenboden passt gut zum Braun des Steins. Achtung: Viele aktive Soils senken die Karbonathärte; das ist mit Drachenstein unproblematisch, weil er nicht dagegen puffert.
- Wurzeln: Fein verzweigte Wurzeln ergänzen die grobe Struktur des Steins. Große, glatte Wurzeln konkurrieren eher mit ihm.
- Andere Steine: Möglichst nur eine Steinsorte pro Becken. Wenn du ergänzen willst, dann mit kleinem Kies in ähnlichem Farbton für Übergänge.
- Künstliche Deko: Korallen, Muscheln oder Kalkgestein gehören nicht in ein Drachenstein-Becken mit weichem Wasser, weil sie Kalk abgeben.
Häufige Fehler beim Einrichten mit Drachenstein
Die meisten Probleme mit Drachenstein entstehen in der ersten Stunde des Einrichtens und lassen sich leicht vermeiden:
- Lehm nicht ausgespült: Das Wasser bleibt tagelang trüb, und der Filter setzt sich zu.
- Zu viele gleich große Steine: Ohne klaren Hauptstein fehlt der Blickpunkt.
- Steine direkt auf den Bodengrund gestellt: Sie sacken mit der Zeit ab oder kippen, wenn Tiere darunter graben.
- Hohe Aufbauten unverklebt: Was beim Einrichten hält, kann beim ersten Wasserwechsel kippen.
- Kein Platz zum Arbeiten: Ein vollgebautes Becken lässt sich kaum noch absaugen und schneiden.
Häufige Fragen zum Drachenstein im Aquarium
Kann ich Drachenstein in ein Becken mit Leitungswasser setzen?
Ja. Da der Stein die Wasserwerte nicht verändert, bleibt dein Leitungswasser so, wie es ist. Bei hartem Leitungswasser bekommst du also weiterhin hartes Wasser, bei weichem weiterhin weiches. Der Stein passt sich nicht an und gleicht auch nichts aus.
Schwimmt Drachenstein auf?
Nein. Trotz der Hohlräume ist Drachenstein schwerer als Wasser und sinkt. Sehr kleine, trockene Stücke können kurz an der Oberfläche hängen, bis die Luft aus den Poren entwichen ist. Das ist ein Grund mehr, die Steine vorher zu wässern.
Färbt sich Drachenstein im Wasser dunkler?
Meist ja. Nass wirkt der Stein dunkler und satter als im trockenen Zustand. Mit der Zeit kommt ein feiner Aufwuchs dazu, der die Farbe weiter vertieft. Wenn dir die trockene Farbe im Laden zu blass erscheint, mach einen Stein nass, bevor du dich entscheidest.
Ist Drachenstein auch für ein Paludarium oder Terrarium geeignet?
Grundsätzlich ja, weil er leicht ist und Moose an der Oberfläche gut halten. Über Wasser trocknet der Lehm allerdings aus und kann stärker abbröseln. Bei dauerhaft feuchten Bereichen ist das weniger ein Problem als in trockenen Zonen.
Kann ich Drachenstein aus einem alten Becken wiederverwenden?
Ja. Schrubbe die Steine gründlich ab, entferne alte Pflanzenreste und Kleberreste und lass sie trocknen. War im alten Becken eine Krankheit oder ein Schneckenbefall, wässere die Steine zusätzlich einige Tage oder lass sie mehrere Wochen vollständig trocknen, bevor sie in ein neues Becken kommen.