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Hund gesund füttern: Futter, Mengen und häufige Fehler

Wenn du deinen Hund gesund füttern willst, kommt es auf drei Dinge an: ein vollwertiges Futter als Basis, die richtige Menge für genau diesen Hund, und ein Blick für die Signale, die dir dein Hund und sein Körper geben. Dieser Artikel zeigt dir, worauf es bei Nährstoffen, Futterarten und der Mengenberechnung ankommt, welche Fehler du vermeiden solltest und wann eine individuelle tierärztliche Beratung nötig ist.

Was ist eigentlich „gesunde“ Hundeernährung? Die Grundlagen

Ein Hund braucht täglich Energie und mehrere Dutzend Nährstoffe in einer bestimmten Menge und einem bestimmten Verhältnis zueinander – darunter Eiweiß, Fett, bestimmte Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe. Kohlenhydrate gelten für gesunde erwachsene Hunde außerhalb der Fortpflanzung nicht als essenziell, werden aber während Wachstum, Trächtigkeit und Säugezeit als „bedingt essenziell“ eingestuft: Laut tiermedizinischer Fachliteratur kann eine Kohlenhydratzufuhr von rund 20 bis 30 Prozent der Energie rund um die Geburt das Überleben der Welpen und den Stoffwechsel der Hündin verbessern. Wie die Nährstoffe insgesamt zusammenkommen sollen, ist keine Glaubensfrage: Der europäische Heimtierfutterverband FEDIAF veröffentlicht dazu Ernährungsrichtlinien mit Mindest- und Höchstwerten, gestaffelt nach Lebensphase.

Diese Richtlinien stecken auch hinter einem Begriff, der auf jeder Futterpackung steht: Alleinfuttermittel. Rechtlich ist das in der EU-Verordnung 767/2009 geregelt. Ein Alleinfuttermittel ist so zusammengesetzt, dass es den kompletten Tagesbedarf deines Hundes allein decken kann – vorausgesetzt, du fütterst die angegebene Menge für sein Gewicht und seine Lebensphase. Ein Ergänzungsfuttermittel (dazu zählen die meisten Snacks, Kauartikel und viele Nährstoffpräparate) ist dagegen nur in Kombination mit anderen Futtermitteln ausgewogen und darf nicht als alleinige Nahrung dienen. Wenn du ein Futteretikett liest, lohnt sich also zuerst der Blick auf diese eine Zeile: Steht dort „Alleinfuttermittel“, kannst du es als Hauptnahrung verwenden. Steht dort „Ergänzungsfuttermittel“, ist es als Ergänzung zu einer bereits vollwertigen Ration gedacht.

Auf dem Etikett findest du außerdem die „analytischen Bestandteile“ (Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche, oft auch Feuchtigkeit) sowie eine Zusammensetzungsliste der Zutaten. Ein hoher Rohproteinwert allein sagt wenig über die Qualität aus – entscheidender ist, ob das Futter insgesamt als Alleinfuttermittel deklariert ist und zur Lebensphase deines Hundes passt. Nach der Fütterungsempfehlung auf der Packung – meist in Gramm pro Kilogramm Körpergewicht – kannst du dich orientieren, sie ist aber ein Ausgangspunkt und kein Endpunkt (mehr dazu weiter unten bei der Mengenberechnung).

Trockenfutter oder Nassfutter: kein Futter ist automatisch besser

Der größte objektive Unterschied ist der Wassergehalt: Trockenfutter enthält meist um die 10 Prozent Feuchtigkeit, Nassfutter oft 70 bis 85 Prozent. Das macht Nassfutter kalorienärmer pro Gramm und kann bei Hunden helfen, die wenig trinken oder zu Harnwegsproblemen neigen – ersetzt aber keine ärztliche Abklärung bei bestehenden Erkrankungen. Trockenfutter ist dafür ergiebiger, meist günstiger pro Kalorie, länger lagerfähig und praktischer für unterwegs.

Ein Mythos hält sich hartnäckig: dass Trockenfutter „die Zähne putzt“. Die Cummings School of Veterinary Medicine der Tufts University stuft das ausdrücklich als überholt ein: Früher ging man davon aus, dass die knusprige Konsistenz von Trockenfutter besser für die Zähne sei als Nassfutter – heute weiß man, dass sowohl Trocken- als auch Nassfutter zur Plaquebildung beitragen. Manche speziell formulierten Trockenfutter-Sorten sind gezielt gegen Zahnbelag entwickelt und vom Veterinary Oral Health Council (VOHC) anerkannt – das ist aber eine Eigenschaft einzelner Produkte, keine generelle Eigenschaft von Trockenfutter. Entscheidend für die Zahngesundheit sind vor allem regelmäßiges Zähneputzen und geeignete, VOHC-anerkannte Kauartikel oder Futter, nicht allein die Konsistenz des Alleinfutters. Für die tägliche Fütterung heißt das: Wähle Trocken- oder Nassfutter (oder eine Mischung aus beidem) danach, was zu deinem Hund, seinem Alltag und – bei gesunden Hunden – seinen Vorlieben passt, nicht danach, welche Variante angeblich per se gesünder ist.

Gemischt füttern, selbst kochen oder BARF?

Du kannst Trocken- und Nassfutter kombinieren, solange am Ende die Tagesration insgesamt ausgewogen bleibt und nicht doppelt so viele Kalorien liefert wie geplant – rechne bei gemischter Fütterung die Portionen beider Futter anteilig gegen, statt beide volle Portionen zu geben.

Selbst gekochtes Futter kann für manche Hunde sinnvoll sein, etwa bei Futtermittelunverträglichkeiten, sollte aber nicht aus dem Bauchgefühl zusammengestellt werden: Ohne gezielte Rezeptur nach den FEDIAF-Nährstoffbereichen fehlen häuslichen Rationen erfahrungsgemäß regelmäßig einzelne Nährstoffe wie Calcium, bestimmte Spurenelemente oder Vitamine. Wenn du dauerhaft selbst kochen willst, ist ein individuell berechnetes Rezept einer spezialisierten Tierernährungsberatung der sicherere Weg als ein selbst zusammengestellter Speiseplan.

Zu rohem, nicht erhitztem Fleisch (BARF) hat die World Small Animal Veterinary Association (WSAVA) eine klare fachliche Position: Ihr Ernährungsausschuss rät ausdrücklich davon ab, Hunde und Katzen mit rohfleischbasierten Rationen zu füttern. Als Gründe nennt die WSAVA ein hohes Kontaminationsrisiko mit Bakterien und Parasiten in selbst zusammengestellten Rohfleischrationen, die Gefahr von Rationen, die bei einzelnen Nährstoffen zu niedrig oder gefährlich zu hoch liegen, sowie mechanische Risiken durch Knochen (Verstopfung, Zahnfrakturen, Darmverschluss). Wörtlich hält die WSAVA fest, dass es derzeit keinen sauber dokumentierten Nachweis eines Gesundheitsvorteils von Rohfleischrationen gebe, wohl aber gut dokumentierte Risiken. Wer trotzdem roh füttern möchte, sollte das nur mit einer professionell kalkulierten Rezeptur, strikter Hygiene in der Küche und im Bewusstsein dieser Risiken tun – auch für die Menschen im Haushalt, da die Keime beim Kontakt mit dem rohen Futter übertragen werden können.

Wie viel Futter braucht dein Hund wirklich?

Die richtige Menge ergibt sich aus vier Faktoren zusammen: dem Energiegehalt des konkreten Futters (der zwischen Marken und Sorten stark schwankt), dem Gewicht deines Hundes, seiner Körperkondition und seiner Aktivität. Deshalb kann es keine einzelne, für alle Hunde und alle Futter gültige Gramm-Zahl geben – auch nicht für Hunde mit demselben Gewicht.

Körperkondition einschätzen: der Rippentest

Tierärztliche Fachgesellschaften wie die WSAVA arbeiten mit einer neunstufigen Körperkonditionsskala (Body Condition Score, BCS), bei der 4–5 als ideal gilt. Ganz praktisch kannst du drei Dinge prüfen:

  • Rippen: Bei leichtem Druck mit der Handfläche solltest du die Rippen fühlen können, ohne dass sie durch eine dicke Fettschicht verdeckt sind.
  • Taille von oben: Von oben betrachtet sollte hinter dem Brustkorb eine sichtbare Taille erkennbar sein.
  • Bauchlinie von der Seite: Von der Seite betrachtet sollte der Bauch zur Hinterhand hin sichtbar nach oben gezogen sein, statt gerade durchzuhängen.

Fühlst du die Rippen kaum oder gar nicht und fehlt die Taille, ist dein Hund wahrscheinlich übergewichtig – reduziere die Futtermenge dann schrittweise und sprich bei deutlichem Übergewicht mit deiner Tierarztpraxis. Sind die Rippen und andere Knochenpunkte hingegen sehr deutlich sichtbar, ist eher eine Erhöhung der Menge oder eine tierärztliche Abklärung angezeigt. Warum sich ein gesundes Gewicht sogar messbar auf die Lebenserwartung auswirkt, zeigen wir im Artikel Wie lange leben Hunde?.

Rechenbeispiel: Energiebedarf grob einschätzen

Das folgende Rechenbeispiel gilt ausschließlich für einen gesunden, erwachsenen Hund mit idealer Körperkondition und arbeitet mit einem frei erfundenen Futter. Es dient nur zur Veranschaulichung der Methode, ersetzt weder die Fütterungsempfehlung auf deiner tatsächlichen Futterpackung noch eine individuelle tierärztliche Einschätzung, und ist ausdrücklich keine Diät- oder Abnehm-Anleitung und kein Ernährungsplan für Welpen oder kranke Hunde.

In der Tiermedizin wird der Ruheenergiebedarf (Resting Energy Requirement, RER) meist mit der Formel RER = 70 × (Körpergewicht in kg)0,75 geschätzt. Aus dem RER wird dann mit einem Aktivitätsfaktor der tatsächliche Tagesbedarf (Maintenance Energy Requirement, MER) berechnet – für kastrierte, gesunde erwachsene Hunde mit idealer Körperkondition wird häufig mit MER = RER × 1,6 gerechnet, für unkastrierte Hunde eher mit MER = RER × 1,8. Diese Faktoren gelten nicht für Welpen, trächtige oder säugende Hündinnen, kranke Hunde oder Tiere mit deutlichem Über- oder Untergewicht – dafür gelten andere Rechenwege, die eine Tierarztpraxis im Einzelfall anwendet.

Ein Beispiel für einen 15 kg schweren, kastrierten, gesunden, normal aktiven Hund mit idealer Körperkondition: RER = 70 × 150,75 ≈ 519 kcal. MER = 519 × 1,6 ≈ 830 kcal pro Tag. Enthält das (fiktive) Futter in unserem Beispiel 350 kcal pro 100 Gramm, ergibt sich daraus eine Tagesmenge von rund 830 ÷ 350 × 100 ≈ 237 Gramm – aufgeteilt auf zwei oder mehr Mahlzeiten. Diese 237 Gramm sind bereits das komplette Tagesbudget: Snacks, Kauartikel und Tafelreste kommen nicht zusätzlich dazu, sondern werden rechnerisch von dieser Menge abgezogen (mehr dazu weiter unten). Für dein eigenes Futter ersetzt du den Kaloriengehalt aus der Deklaration oder den Angaben des Herstellers und rechnest mit dem tatsächlichen Gewicht deines Hundes.

Wichtig: Diese Rechnung liefert einen Startwert für einen bereits gesunden Hund, keine endgültige Zahl und keine Anleitung zum Abnehmen. Beobachte die Körperkondition über zwei bis vier Wochen und passe die Menge in kleinen Schritten an, statt dich starr an eine einmal berechnete Zahl zu halten. Bei Welpen, trächtigen oder säugenden Hündinnen, kranken Hunden oder deutlichem Über- oder Untergewicht besprichst du die passende Menge mit deiner Tierarztpraxis.

Welpe, erwachsener Hund oder Senior: unterschiedliche Bedürfnisse

Die drei Lebensphasen unterscheiden sich deutlich genug, dass sie getrennt betrachtet werden sollten – gerade Welpen und Hunde mit gesundheitlichen Besonderheiten passen nicht in dieselben Faustregeln wie ein gesunder erwachsener Hund.

Welpen: mehr Energie, aber kein „viel hilft viel“

Wachsende Welpen haben einen deutlich höheren Energiebedarf als erwachsene Hunde – als grobe Orientierung wird in der Tiermedizin bis etwa vier Monate mit ungefähr dem Dreifachen des Ruheenergiebedarfs (RER) gerechnet, danach mit etwa dem Doppelten. Besonders bei großen und riesigen Rassen ist außerdem der Calciumgehalt des Futters entscheidend: Der Dünndarm von Welpen nimmt in den ersten Lebensmonaten einen großen Teil des aufgenommenen Calciums ungeregelt auf, unabhängig vom tatsächlichen Bedarf. Sowohl ein deutlicher Calcium-Überschuss als auch eine unzureichende Versorgung können laut tiermedizinischer Fachliteratur das Skelettwachstum stören und werden unter anderem mit Osteochondrose in Verbindung gebracht – entscheidend sind sowohl die absolute Calciummenge als auch das Calcium-Phosphor-Verhältnis, abgestimmt auf Rasse, Gewicht und Wachstumsphase. Deklarierte Welpen-Alleinfuttermittel, bei großen und riesigen Rassen speziell für großwüchsige Welpen ausgelobte Produkte, sind auf genau dieses Verhältnis eingestellt. Die praktische Konsequenz: Verwende ein passendes, deklariertes Alleinfuttermittel und verändere die Calcium- oder Mineralstoffversorgung nicht auf eigene Faust – weder durch zusätzliche Präparate noch durch eine bewusst knapp gehaltene Ration. Ob im Einzelfall eine Anpassung nötig ist, entscheidet die Tierarztpraxis oder eine spezialisierte Tierernährungsberatung.

Erwachsene Hunde: Erhaltung statt Wachstum

Ein gesunder erwachsener Hund braucht in erster Linie eine stabile, seinem Gewicht und seiner Aktivität angepasste Menge eines Alleinfuttermittels für die Erhaltungsphase. Regelmäßige BCS-Kontrollen (siehe oben) sind hier das einfachste Werkzeug, um frühzeitig gegenzusteuern, statt erst bei deutlichem Über- oder Untergewicht zu reagieren.

Senioren: oft weniger Kalorien, aber mehr auf Muskelerhalt achten

Der europäische Herstellerverband FEDIAF hält in seiner Stellungnahme zur Ernährung älterer Hunde fest, dass sich der Beginn des „Senior“-Alters nicht pauschal festlegen lässt – als praktische Orientierung nennt die Stellungnahme große Rassen ab etwa fünf bis acht Jahren und kleine Rassen ab etwa zehn Jahren. Mit dem Alter sinkt bei den meisten Hunden der Energiebedarf, während gleichzeitig der Erhalt der Muskelmasse wichtiger wird – die FEDIAF-Stellungnahme empfiehlt deshalb, die Proteinversorgung nicht einfach zu reduzieren, sondern auf einem für die Erhaltungsphase ausreichenden Niveau zu halten, während die Kalorienmenge an die Körperkondition angepasst wird. Auch mehrere kleinere Mahlzeiten (die Stellungnahme nennt zwei bis drei feste Fütterungszeiten) und ausreichend Rohfaser für eine funktionierende Verdauung werden empfohlen. Senioren mit diagnostizierten Erkrankungen wie Niereninsuffizienz oder Diabetes brauchen oft ein spezifisches, tierärztlich verordnetes Futter – das ersetzt dieser allgemeine Ratgeber nicht.

Snacks, Kauartikel und Tafelreste: mitzählen statt vergessen

Snacks und Kauartikel sind in aller Regel Ergänzungsfuttermittel – sie sind nicht für sich allein ausgewogen und sollten die Gesamtbilanz nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Die veterinärmedizinische Ernährungsberatung der University of California, Davis, nennt hier eine klare Faustregel: Snacks und Extras sollten zusammen nicht mehr als etwa 10 Prozent der täglichen Kalorienzufuhr ausmachen, damit mindestens 90 Prozent aus dem ausgewogenen Alleinfuttermittel stammen. Ziehe die Kalorien von Kauartikeln und Leckerlis gedanklich von der berechneten Tagesmenge des Hauptfutters ab, statt sie „nebenbei“ draufzugeben – bei kleinen Hunden macht sich das besonders schnell auf der Waage bemerkbar.

Tafelreste sind kein grundsätzliches Tabu, gehören aber in dieselbe 10-Prozent-Grenze und sollten nie aus gewürzten, stark gesalzenen, fettigen Speisen oder den weiter unten genannten ungeeigneten Lebensmitteln bestehen. Frisches Trinkwasser sollte deinem Hund dagegen jederzeit unbegrenzt zur Verfügung stehen – das zählt nicht zur Futterration, ist aber genauso Teil einer gesunden täglichen Versorgung, besonders bei überwiegender Trockenfütterung.

So wechselst du das Futter, ohne den Magen zu belasten

Ein abrupter Futterwechsel ist eine der häufigsten Ursachen für weichen Kot oder Durchfall bei ansonsten gesunden Hunden. Tierärztliche Fachgesellschaften wie die American Animal Hospital Association empfehlen einen Übergang über rund sieben Tage: Du beginnst mit etwa 25 Prozent des neuen Futters gemischt mit 75 Prozent des bisherigen und verschiebst dieses Verhältnis in den folgenden Tagen schrittweise zugunsten des neuen Futters, bis du am Ende der Woche vollständig umgestellt hast. Verträgt dein Hund einen Schritt schlecht, halte die aktuelle Mischung ein bis zwei Tage länger, bevor du weiter erhöhst.

Diese Lebensmittel sind für Hunde ungeeignet oder giftig

Manche menschlichen Lebensmittel sind für Hunde nicht einfach „nicht artgerecht“, sondern tatsächlich gefährlich. Die wichtigsten, nach tierärztlichen Vergiftungszentralen und veterinärmedizinischen Quellen:

  • Schokolade, Kaffee, Koffein: Enthaltene Methylxanthine können Erbrechen, Durchfall, Unruhe, Herzrhythmusstörungen und in hohen Dosen Krampfanfälle auslösen.
  • Weintrauben und Rosinen: Können bei manchen Hunden akutes Nierenversagen auslösen. Der genaue giftige Wirkstoff ist laut der Cornell University noch nicht abschließend geklärt (Weinsäure gilt als wahrscheinlichster Kandidat), und selbst wenige Trauben können bereits gefährlich sein – die genaue toxische Dosis ist nicht bekannt.
  • Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Schnittlauch: Können rote Blutkörperchen schädigen und zu einer Blutarmut führen, auch in verarbeiteter Form (z. B. in Soßen).
  • Xylit (Birkenzucker): Ein in zuckerfreien Kaugummis und manchen Backwaren verwendeter Süßstoff, der bei Hunden einen gefährlichen Blutzuckerabfall und Leberschäden verursachen kann.
  • Macadamianüsse: Können Schwäche, Zittern, Erbrechen und erhöhte Körpertemperatur auslösen.
  • Alkohol und roher Hefeteig: Roher Teig kann im Magen aufgehen und zusätzlich Alkohol freisetzen; beides kann zu Vergiftungserscheinungen führen.
  • Avocado: Hunde reagieren laut veterinärmedizinischen Quellen deutlich unempfindlicher auf den Inhaltsstoff Persin als etwa Vögel oder Pferde – die eigentliche Gefahr für Hunde ist meist der große, harte Kern, an dem sie ersticken oder den sie verschlucken können, sowie der hohe Fettgehalt des Fruchtfleischs.
  • Gekochte/durchgegarte Knochen: Splittern leicht und können innere Verletzungen oder einen Darmverschluss verursachen.

Hat dein Hund eines dieser Lebensmittel gefressen, zähle wenn möglich die aufgenommene Menge grob ab und kontaktiere umgehend deine Tierarztpraxis oder eine tierärztliche Notfallpraxis – warte nicht ab, ob Symptome auftreten.

Wann du wegen der Fütterung zum Tierarzt solltest

Die meisten Fütterungsfragen lassen sich mit den Grundlagen aus diesem Artikel lösen. Bei folgenden Anzeichen ersetzt keine allgemeine Ernährungsinformation eine individuelle Untersuchung:

  • Deutlicher, ungewollter Gewichtsverlust oder -zunahme über mehrere Wochen.
  • Anhaltendes Erbrechen, Durchfall oder wiederkehrende Verdauungsprobleme, auch ohne erkennbaren Auslöser.
  • Stumpfes Fell, Juckreiz oder Hautprobleme, die auf eine Futtermittelunverträglichkeit hindeuten könnten.
  • Auffällige Antriebslosigkeit, verändertes Trink- oder Fressverhalten.
  • Bestehende Diagnosen wie Nieren-, Leber- oder Herzerkrankungen, Diabetes oder Übergewicht, die ein individuell angepasstes Futter erfordern.
  • Der Verdacht, dass dein Hund ein giftiges oder gefährliches Lebensmittel gefressen hat.

Tägliche Checkliste für eine gesunde Fütterung

  • Basis ist ein deklariertes Alleinfuttermittel passend zur Lebensphase (Welpe, erwachsen, Senior) – oder eine individuell berechnete, ausgewogene Ration.
  • Die Futtermenge orientiert sich an Gewicht, Aktivität und vor allem der tatsächlichen Körperkondition, nicht nur an einer Tabelle.
  • Snacks, Kauartikel und Tafelreste bleiben zusammen unter rund 10 Prozent der Tageskalorien.
  • Frisches Trinkwasser steht jederzeit zur Verfügung.
  • Futterwechsel erfolgen schrittweise über etwa eine Woche.
  • Keine bekannten giftigen oder ungeeigneten Lebensmittel – auch nicht „nur ausnahmsweise“.
  • Welpen großer Rassen bekommen ein für großwüchsige Rassen deklariertes Futter – ohne eigenmächtige Calcium- oder Mineralstoffanpassung nach oben oder unten.
  • Bei gesundheitlichen Auffälligkeiten oder bestehenden Diagnosen entscheidet die Tierarztpraxis über Anpassungen.

Häufige Fragen

Wie oft am Tag sollte ich meinen Hund füttern?

Für die meisten erwachsenen Hunde sind ein bis zwei feste Mahlzeiten pro Tag üblich, Welpen brauchen wegen des höheren Energiebedarfs meist drei bis vier kleinere Portionen, und für Senioren werden in der FEDIAF-Stellungnahme zwei bis drei feste Fütterungszeiten genannt. Wichtiger als die exakte Anzahl ist eine regelmäßige Routine statt freier Verfügbarkeit von Futter rund um die Uhr.

Ist BARF automatisch gesünder als Fertigfutter?

Nein, das lässt sich so nicht belegen. Die WSAVA hält fest, dass es aktuell keinen sauber dokumentierten Nachweis für einen gesundheitlichen Vorteil roher Rationen gibt, wohl aber dokumentierte Risiken durch Keimbelastung und mögliche Nährstoffungleichgewichte in selbst zusammengestellten Rezepturen.

Darf mein Hund ab und zu Tafelreste bekommen?

In kleinen Mengen und ohne die oben genannten ungeeigneten Lebensmittel spricht wenig dagegen – zähle sie aber zur 10-Prozent-Grenze für Extras dazu, statt sie zusätzlich zur vollen Futterration zu geben.

Wie erkenne ich Übergewicht bei meinem Hund selbst?

Mit dem oben beschriebenen Dreifach-Check: Rippen ertasten, Taille von oben und Bauchlinie von der Seite betrachten. Lässt sich keine Taille mehr erkennen und sind die Rippen nur noch unter deutlichem Druck zu fühlen, ist eine Futterreduktion und bei Bedarf ein Gespräch mit der Tierarztpraxis sinnvoll.

Muss ich zusätzlich Vitamine oder Nahrungsergänzungsmittel füttern?

Bei einem als Alleinfuttermittel deklarierten, zur Lebensphase passenden Futter ist eine zusätzliche Supplementierung im Regelfall nicht notwendig und kann bestimmte Nährstoffe – allen voran Calcium bei Welpen – sogar in einen ungesunden Überschuss bringen. Nur bei einer tierärztlich festgestellten Mangelsituation oder Erkrankung ist eine gezielte Ergänzung sinnvoll.

Braucht mein Welpe unbedingt spezielles Welpenfutter?

Ja, ein als Alleinfuttermittel für Welpen deklariertes Futter ist auf den höheren Energie- und Nährstoffbedarf im Wachstum abgestimmt. Bei großen und riesigen Rassen ist zusätzlich ein für großwüchsige Welpen deklariertes Futter empfehlenswert, weil dieses in Calcium und Energie enger reguliert ist als Futter für kleine Rassen.

Wie schnell muss ich handeln, wenn mein Hund Schokolade gefressen hat?

Sofort. Warte nicht ab, ob Symptome auftreten, sondern kontaktiere umgehend deine Tierarztpraxis oder eine tierärztliche Notfallpraxis und gib dabei möglichst genau an, welche Art und Menge Schokolade dein Hund gefressen hat.

Kann ich Trocken- und Nassfutter einfach mischen?

Ja, solange du die Kalorien beider Futter zusammenrechnest, statt beide in der jeweils vollen Tagesmenge zu geben – sonst überfütterst du deinen Hund schnell, ohne es an der Schüssel zu bemerken.

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