Informiert wie ein Fuchs.

Pressemitteilung: 7 häufige Fehler vermeiden

Titelbild: KI-generierte redaktionelle Illustration.

Eine Pressemitteilung muss zuerst eine Nachricht liefern. „Wir sind innovativ“ sagt einer Redaktion wenig. „Die Stadtbibliothek eröffnet einen zusätzlichen Lernraum“ nennt dagegen einen überprüfbaren Anlass. Prüfe vor dem Schreiben, was sich für wen konkret ändert.

1. Der Anlass bleibt unklar

Beantworte im Einstieg wer, was, wann und wo. Ergänze anschließend warum die Nachricht für die angesprochene Öffentlichkeit relevant ist. Die Unternehmensgeschichte gehört normalerweise nicht in den ersten Absatz.

2. Werbung ersetzt überprüfbare Angaben

Streiche Superlative, die du nicht belegen kannst. Ein frei erfundenes Beispiel: Aus „Ein revolutionäres Angebot begeistert die ganze Region“ wird „Die Bibliothek Musterstadt öffnet ab dem 1. Oktober einen Lernraum mit 20 Arbeitsplätzen“. Die zweite Fassung lässt sich prüfen. Beispielort und Angaben dienen nur der Veranschaulichung.

3. Zahlen haben keine nachvollziehbare Grundlage

Nenne bei eigenen Auswertungen Zeitraum, Bezugsgröße und Methode. 50 Prozent Wachstum können von zwei auf drei oder von 2.000 auf 3.000 bedeuten. Wenn eine Zahl nicht belastbar ist, recherchiere die Grundlage, bevor du sie versendest.

4. Zitate klingen wie ein Werbeslogan

Ein Zitat sollte eine Einordnung oder Entscheidung erklären. Erfinde keine Aussagen einer realen Person. Lass den Wortlaut von der zitierten Person freigeben und dokumentiere die Zustimmung innerhalb deines Arbeitsablaufs.

5. Der Verteiler passt nicht zum Thema

Überlege, welche Redaktion das Thema tatsächlich bearbeitet. Eine regionale Eröffnung interessiert möglicherweise das Lokalressort; eine technische Änderung eher eine Fachredaktion. Passe Betreff und kurzen Begleittext an, ohne die Fakten der Mitteilung zu verändern.

6. Rückfragen und Bildmaterial sind nicht vorbereitet

Gib eine erreichbare, zuständige Kontaktperson an. Kläre bei Bildern vorab Urheberangabe und erlaubte Verwendung und lege verständliche Bildunterschriften bei. Große Anhänge und unklar benannte Dateien erschweren die Arbeit. Ein Bildordner sollte nur das Material enthalten, das für diese Nachricht freigegeben ist.

7. Niemand prüft die Endfassung

Kontrolliere Namen, Zahlen, Datum, Links und Kontaktangaben in der tatsächlich versendeten Datei. Lass eine zweite Person die Nachricht ohne Vorwissen lesen: Versteht sie den Anlass sofort? Können die wichtigsten Angaben unabhängig überprüft werden?

Eine einfache Struktur

  1. Sachliche Überschrift mit dem Nachrichtenkern.
  2. Kurzer Einstieg mit den wichtigsten Fakten.
  3. Hintergrund, belegte Details und gegebenenfalls ein freigegebenes Zitat.
  4. Kurze Organisationsbeschreibung.
  5. Kontakt und Hinweise zu weiterem Material.

Eine Veröffentlichung lässt sich damit nicht garantieren. Die Mitteilung bietet einer Redaktion aber eine brauchbare Grundlage für ihre eigene Entscheidung und Recherche.

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Erstveröffentlichung: 11.04.2025. Redaktionell überarbeitet im September 2026.